Öko-Party steigt auf der Muldeninsel

Die Jugendlichen der Stadt Rochlitz stecken mitten in den Vorbereitungen für ihr zweites Schülerfest - und erwarten dafür sogar Besuch aus Equador.

Rochlitz.

10.000 Euro sind eine Menge Geld, aber für eine große Veranstaltung auch ganz schnell ausgegeben. Das erklärten die Vertreter aus sieben Schulen des Rochlitzer Stadtgebietes in ihrer Podiumsdiskussion am gestrigen Montag im Rathaus. Das Organisationsteam von "Moro - Motley Rochlitz" präsentierte die Pläne zum Schülerfest, das am 24. September auf der Muldeninsel stattfinden wird. "Wenn man eine Veranstaltung für 1500 Schüler plant, merkt man schnell, wie viel Strom, Zeltmiete und ein Sicherheitskonzept kosten", sagt die 17-jährige Josephine Fleck vom Johann-Mathesius-Gymnasium.

Das Geld, genau 10.000 Euro, stellt die Rochlitzer Stadtverwaltung den Schülern zur Verfügung - erstmalig 2018. Die Jugendlichen konnten frei entscheiden, was mit dem Geld geschieht. "Ziel war es, die Schüler am Stadtleben zu beteiligen und ihnen Verantwortung zu übertragen", erklärt Oberbürgermeister Frank Dehne (parteilos). Aus allen Schulen wurden Vertreter entsandt, die Vorschläge einbrachten und über deren Inhalte diskutierten. Am Ende fiel die Entscheidung zugunsten eines Sommerfestes auf der Muldeninsel aus.

Bereits seit dem Frühjahr dieses Jahres tagt das Schülergremium nun erneut jeden Montag. "Das Projekt ist ein Experiment, aber die demokratische Arbeit der Jugendlichen ist sehr gut. Für jeden abgelehnten Vorschlag muss ein neuer eingebracht werden. Das würde ich mir manchmal auch von den Erwachsenen wünschen", so Dehne weiter.

Es habe viele verschiedene Vorschläge zur Verwendung des Geldes im Jahr 2019 gegeben, erklärt die 19-jährige Rebecca Nowak vom Beruflichen Schulzentrum in Rochlitz. "Die Idee eines Grünen Klassenzimmers für jede Schule oder eine Demonstration, angelehnt an die ,Fridays for Future'-Bewegung, haben wir besprochen. Geeinigt haben sich alle auf die Wiederauflage eines Schülerfestes, diesmal ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit." Dafür erwarten die Jugendlichen inzwischen sogar auswärtigen Besuch. Der ehemalige Energieminister Equadors, Alberto Acosta Espinosa, wird zu Gast sein und mit den Schülern über umweltpolitische Themen ins Gespräch kommen. Espinosa erhielt 2017 den Hans-Carl-von-Carlowitz-Nachhaltigkeitspreis der gleichnamigen sächsischen Gesellschaft mit Sitz in Chemnitz. "Wir haben verschiedene Organisationen angeschrieben, und die Carlowitz-Gesellschaft hat sofort positiv auf unser Vorhaben reagiert und Unterstützung angeboten", sagt Rebecca Nowak. Der Verein wird während der Veranstaltung auch Workshops anbieten neben zahlreichen weiteren Programmpunkten, wie einer Einlage des Schulchores der Regenbogen-Grundschule, einer Tanzaufführung der Pestalozzischule und dem Auftritt der Band Einsneunzig. Auch eine Hebebühne haben die Schüler organisiert, von der aus man die Veranstaltung von oben sehen könne.

Dass auf einer Großveranstaltung viel Müll produziert wird, haben die Schüler ebenfalls bedacht. "Es wird Mehrwegflaschen aus recyceltem Plastik geben, in die die Schüler sich Getränke füllen lassen und die sie später auch wiederverwenden können", erklärt die Berufsschülerin Tiffany Dietze von der Euroakademie. Beim Essen lege man den Fokus auf Fingerfood. "Und wir haben alle Schüler zum Sammeln von Pfandflaschen aufgerufen", sagt die neunjährige Emilia Döring von der Regenbogen-Grundschule in Rochlitz. "Von dem Geld wollen wir Bäume pflanzen." Der erste sei bereits am vergangenen Freitag auf dem Gelände der Grundschule gesetzt worden. Das Schülerfest "Moro - Motley Rochlitz" findet am 24. September von 10 bis 13.30 Uhr auf der Muldeninsel in Rochlitz statt.

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