Penig bleibt an Radwegeplänen dran

Entlang der Staatsstraße in die Stadt könnte 2017 der Bau der Trasse starten. In Obergräfenhain mahlen die Mühlen hingegen weiter langsam. Vor 2020 wird es wohl keine sichere Verbindung zwischen den Orten geben.

Chursdorf/Obergräfenhain/Oberhain.

Trotz jahrelanger Debatten und Forderungen müssen Radler im Muldental weiter teils gefährliche Streckenabschnitte nutzen. Zähe Planungen und fehlende Baustarts nerven Bürger zwischen Lunzenau und Penig. Viele sehen den Ausbau des Radwegenetzes als wichtigen Eckpfeiler der Infrastrukturpolitk. Dies geht aus einer nicht repräsentativen Umfrage der "Freien Presse" in Haushalten hervor.

Eine 61-jährige Oberhainerin, die namentlich nicht genannt werden möchte, sorgt sich in erster Linie um die Sicherheit von Schulkindern. Denn der Radweg an der Straße zum Gasthof Richtung Penig hört vor dem Abzweig B175/Zeisig auf. "Doch dann muss die stark befahrene Straße überquert werden. Und auch von der der Papierfabrik über die Wernsdorfer und Leipziger Straße bis nach Penig fehlt ein Radweg. Das ist nicht ohne", sagt die Oberhainerin, die selbst oft mit dem Rad unterwegs ist. Und noch ein Sorgenkind nennt sie: Die Ortsdurchfahrt von Oberhain An der Leuba gleicht einem Flickenteppich. "Wer am Rand fährt, droht in den Graben zu rutschen."

Zumindest für dieses Vorhaben zeichnet sich eine Lösung ab. Laut einer Peniger Stadtsprecherin soll die Piste ab 2018 durch den Landkreis in Abschnitten saniert werden. Bei den Radwegen am Abzweig zur B 175 ist hingegen nichts geplant - der Hinweis sei allerdings berechtigt und werde geprüft, sagte die Sprecherin.

Andernorts kommt nach jahrelangem zumindest sichtbarem Stillstand offenbar richtig Schwung in ein Projekt: der Radwegneubau entlang der ehemaligen B 95 zwischen der Peniger Shell-Tankstelle und dem Abzweig Chursdorf. Im Idealfall sollen noch Ende 2017 die Bagger anrollen, teilte Penigs Bauamtschefin Cornelia Quaas mit. Zumindest eine Baugenehmigung wird für das kommende Jahr erwartet. Der Radweg entlang der ehemaligen Bundesstraße bis Chursdorf/Tauscha ist für Anwohner wichtig. "Das ist sinnvoll. Denn bisher muss man für Sicherheit umständliche Umwege in Kauf nehmen, um letztlich trotzdem die Bundesstraße zu passieren", sagt der Tauschaer Mike Tauchmann. Der Radwegebau werde im Freistaat leider noch stiefmütterlich behandelt. "Dabei ist das Thema sicherheitsrelevant", betont Tauchmann.

Nächster Brennpunkt - Obergräfenhain I und II: Nach jahrelangen Planungen steht nun zumindest die bevorzugte Streckenführung fest. Laut Quaas könnte der Radweg ab Ortsausgang Obergräfenhain II/ Narsdorf auf der linken Seite der B175 streckenweise über den stillgelegten Bahndamm führen. Im Bereich des Dachziegelwerkes müsste die Bundesstraße gequert werden. Der Weg würde stets im Kreuzungsbereich am Schotterparkplatz Obergräfenhain I enden. Für diese Variante sind allerdings noch einige Hürden zunehmen. Denn den Bahndamm hat ein Naturschutzbund gekauft. Laut Bürgermeister Thomas Eulenberger (CDU) sind erste Gespräche viel versprechend verlaufen. Der Verband habe demnach grundsätzlich keine Einwände dagegen, den alten Bahndamm als Radweg zu nutzen. Ob die Trasse letztlich asphaltiert oder mit einer Sanddecke befestigt wird, darüber muss laut Eulenberger noch gesprochen werden. Ab 2017 könnte die Vorzugsvariante im besten Fall weitergeplant werden - unter anderem sind Umweltuntersuchungen nötig. Dann schließt sich das Planfeststellungsverfahren an, das mindestens ein Jahr dauert. Ein Baustart vor 2020 sei unwahrscheinlich, so Bauamtschefin Cornelia Quaas. Die Varianten zwei abseits des Bahndamms und drei auf der anderen Seite der B 175 (siehe Grafik) sind Kompromisse.

Ein schnellerer Baustart wäre indes im Sinne vieler Obergräfenhainer. Ortschef Werner Gerhardt (CDU) betont: "Durch die Autobahn hat der Verkehr spürbar zugenommen. Für Radfahrer ist es deutlich gefährlicher geworden, zwischen den Dörfern zu pendeln." Im Oktober 2012 war ein Radfahrer tödlich verunglückt.

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