Penig will Gutachten zu Stromtrasse prüfen lassen

Knackpunkt Kosten - Bürgerinitiative Tauscha kündigt weitere Schritte an

Penig.

Im Verfahren um den Bau einer 110-Kilovolt-Starkstromtrasse von Limbach-Oberfrohna nach Oberelsdorf, die auch über Peniger Flur führen soll, sorgt derzeit ein Sachverständigen-Gutachten für Diskussionen. Beauftragt hatte dies die Landesdirektion Sachsen, um die eingegangenen Stellungnahmen und Einwendungen beurteilen zu können. "Wir lassen dieses Gutachten nun durch unseren Rechtsanwalt prüfen", hat Penigs Bürgermeister Thomas Eulenberger (CDU) zur Stadtratssitzung am Donnerstagabend angekündigt. In der Dezember-Ratssitzung soll darüber dann umfassend diskutiert werden.

Geprüft werden sollen vor allem die Kosten, denn seit 2011 gilt in Deutschland der Vorrang für Erdkabel. "Für Hochspannungsleitungen auf neuen Trassen mit einer Spannung von 110 Kilovolt oder weniger bedeutet dies, dass sie als Erdkabel auszuführen sind, soweit die Gesamtkosten für Errichtung und Betrieb des Erdkabels die Gesamtkosten der technisch vergleichbaren Freileitung den Faktor 2,75 nicht überschreiten und naturschutzfachliche Belange nicht entgegenstehen", hatte der sächsische Grünen-Politiker Gerd Lippold bereits im Vorfeld erklärt. Das Gutachten geht von einem Faktor 3,22 aus. Doch dieser wird sowohl von der Stadt als auch von der Bürgerinitiative Tauscha (BI) angezweifelt. "Es gibt verschiedene Technologien, um die Gräben auszuheben. Da müssen wir prüfen lassen, ob das nicht preiswerter geht", sagt der Bürgermeister. BI-Sprecher Helmar Biering hat bereits angekündigt, wieder aktiv zu werden. "Denn die Kosten für die Kabeltrasse konnten bereits um circa acht Millionen Euro gesenkt werden", erklärt Biering. Eine neuerliche Einschätzung der Firma Infranetz, die die Trasse bauen möchte, habe bestätigt, dass die Trasse "deutlich unter 2,75 zu bauen" sei. Somit habe gesetzeskonform eine Erdverkabelung zu erfolgen, so Biering. Eine naturschutzfachliche Einschätzung für die Errichtung eines Kabels fehle weiterhin, kritisiert er.

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