"Pfiffikusland": Mehr Personal in Sicht

Neueinstellungen von Erzieherinnen sollen in der Geringswalder Kita für Entlastung sorgen. Allerdings beschert die Nachricht nicht nur freudige Gesichter.

Geringswalde.

Die Kündigung des Vertrages zwischen dem Kita-Träger "Lebenshilfe Döbeln" und der Stadt Geringswalde, die vergangene Woche bekannt wurde, sorgte für Erschütterung. Dabei ging eine Nachricht fast unter: Der Döbelner Verein will die Personalstärke in der Kindertagesstätte "Pfiffikusland" aufstocken. Denn bis Ende 2019 ist der Sozialdienstleister noch in der Pflicht.

"Uns liegen vier Bewerbungen vor", teilte Verwaltungsleiterin Margitta Demmler mit. Man habe kräftig die Werbetrommel gerührt und sich richtig ins Zeug gelegt. Denn die angespannte Personallage sei im Verein bekannt. So habe man eine sogenannte Überlastungsanzeige von der Einrichtung entgegennehmen müssen. Gleichwohl kann sich Demmler, wie sie sagte, des Eindrucks nicht erwehren, dass sich die Erzieherinnen nun darum sorgten, in der Anzahl der Arbeitsstunden heruntergesetzt zu werden und als Folge weniger zu verdienen.

Kita-Chefin Ines Zwinzscher kann momentan noch nicht absehen, wie sich alles gestalten wird. "Freilich haben die Erzieherinnen Angst, bei gekürzter Stundenzahl weniger im Geldbeutel zu haben. Dieser Fakt wäre noch erträglich, würden wir tarifangeglichen bezahlt." Andererseits kann sie die Lebenshilfe verstehen, die mit Reserven arbeiten muss. "Und die brauchen wir ja auch", sagt die Kita-Chefin. "Ich bin froh über jede Arbeitskraft, die bei uns anfängt und auch bleibt."

Demmler wartet nun ab, wie sich der Betriebsrat der Kita in Sachen Einstellungen und deren Konditionen entscheidet. Das Gremium wird in den Prozess einbezogen. Außerdem will die Lebenshilfe die Überlastungsanzeige vom Tisch haben. Solange bestünde auch noch die Sechs-Stunden-Regelung für Kinder von Eltern, die sich derzeit in Elternzeit befinden oder auf Arbeitssuche sind. Auch der kürzlich verhängte Aufnahmestopp werde erst bei einer Entspannung der Personallage aufgehoben.

Für den Betriebsrat der Kindertagesstätte waren die vergangenen Wochen mitunter eine Qual. Der Warnstreik Mitte November hätte den Kolleginnen und ihr schwer zu schaffen gemacht, sagt Betriebsratschefin Jana Kierek. "Wir arbeiten schließlich auf sozialem Sektor und wissen aus eigener Erfahrung, wie es ist, wenn plötzlich die Kinderbetreuung in der Luft hängt. Und mit dem Feierabend macht man nicht einfach die Tür hinter sich zu. Vieles an Vorbereitungen arrangieren wir in unserer Freizeit."

Dass die Erzieherinnen jetzt Angst haben, dass Neueinstellungen zu einer Reduzierung der Arbeitszeit führen, kann sie so aber nicht unterschreiben. "Wir freuen uns sehr, dass sich Bewerber gemeldet haben", sagte sie. Derzeit sei man mit Sicht auf die Kündigung des Trägers noch etwas unsortiert. Aber immerhin seien die Fronten jetzt klar abgesteckt. "Einerseits haben wir Hoffnungen, aber auch Sorgen, wie es weitergeht." Vom neuen Betreiber wünsche sich der Betriebsrat, mehr als bisher bei Entscheidungen mitgenommen zu werden.

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