Reithalle: Plan für Bau entzweit Gemeinderat

Altmittweida hat sich einen strikten Sparkurs verordnet. Deshalb sollte das Vorhaben auf Eis gelegt werden. Nun stimmte der Gemeinderat aber doch dafür. Der Bürgermeister will das nicht hinnehmen.

Altmittweida.

In der Debatte um den Haushalt für das kommende Jahr haben sich die Altmittweidaer Gemeinderäte gerade erst der Forderung von Anke Kluge, Fachbereichsleiterin Finanzen im Mittweidaer Rathaus, nach einem ausgeglichenen Verhältnis von Einkünften und Ausgaben gebeugt. Sie stimmten für einen Sparkurs, der 2020 nur wenig Spielraum für Investitionen und freiwillige Leistungen lässt. Für die folgenden Jahre wollen aber nicht alle auf teure Vorhaben wie den Bau einer Reithalle verzichten.

Wie gespalten das Gremium in dieser Frage ist, zeigte sich in der jüngsten Sitzung. Verwaltung und Bürgermeister Jens-Uwe Miether (parteilos) hatten vorgeschlagen, das Thema Reithallenbau für die nächsten fünf Jahre auf Eis zu legen. Die Mehrheit der Räte hielt das für falsch. Fünf Gemeinderäte stimmten gegen einen solchen Beschluss, drei enthielten sich; somit unterlagen die vier Befürworter des Vorschlags. Er werde sich mit dieser Entscheidung nicht abfinden und Widerspruch einlegen, sagte Miether gegenüber der "Freien Presse". Es werde wahrscheinlich eine erneute Abstimmung in einer Sondersitzung im Dezember geben. "Wir haben nicht genug Geld in der Hinterhand, um mit der Planung für eine Reithalle beginnen zu können."

Ausgelöst hat den Streit der Reit- und Sportverein der Ortes. Die etwa 60 Mitglieder wünschten sich eine eigene Halle, teilte die Vizevereinschefin, Sandra Gelbrich, im Oktober den Gemeinderäten mit. "Wir brauchen sie, um unsere Mitglieder zu halten und erfolgreiche Nachwuchsarbeit leisten zu können", sagte sie. Die Sportler wollten ihr Hobby wetterunabhängiger ausüben und intensiver trainieren als es derzeit möglich ist. Vereinschefin Julia Wittig sagte, ohne Unterstützung der Gemeinde und Fördermittel könne das Projekt nicht verwirklicht werden.

Laut Gelbrich gibt es im Verein etwa 25 aktive Reiter. Miether geht von etwa 15 Personen aus, die auch im Turnierbetrieb aktiv sind. Die Kosten für den Hallenneubau mit Grunderwerb und Vermessung schätzt er auf mindestens 300.000 Euro. Die Kommune müsste seiner Ansicht nach öffentliches Geld zuschießen, als Bauherr fungieren und den Hauptteil der Fördermittel beantragen. In der Folge ergäben sich Kosten für den Betrieb, die Reinigung und Instandhaltung. "Es zählt nicht zu den Pflichtaufgaben der Gemeinde, den Mitgliedern des Reitvereins zu einer Halle zu verhelfen", sagte er.

Für etliche Gemeinderäte zählen allerdings weitere Faktoren. Der Ort würde ihrer Ansicht nach an Attraktivität gewinnen und von dem dann größeren Angebot an Freizeitmöglichkeiten profitieren.

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