Rochlitzer Krankenhaus: Diakonie ist raus

In dem leer stehenden Gebäude soll ein Pflegeheim eingerichtet werden. Doch die bisherigen Verhandlungspartner konnten sich nicht einigen. Bei der LMK hält man dennoch an den Plänen fest und will es nun im Alleingang versuchen.

Rochlitz/Mittweida.

Die kreiseigene Krankenhausgesellschaft LMK und die Diakonie gehen in Rochlitz getrennte Wege. Wie die Geschäftsführungen von LMK und Diakonie Sozialservice am Mittwoch mitteilten, werde die Diakonie nicht in das 2015 geschlossene und seither zu großen Teilen leer stehende Krankenhaus einziehen. Geplant war, dass von der Diakonie in dem Haus eine Pflegeeinrichtung für Senioren etabliert wird. Die LMK werde nun allein versuchen, in dem Gebäude ein Pflege- und Gesundheitszentrum einzurichten, heißt es.

Seit mehreren Monaten hat die LMK-Geschäftsleitung zur künftigen Nutzung des Klinikgebäudes verhandelt. Derzeit sind in dem Haus ein medizinisches Versorgungszentrum, eine Kurzzeitpflege, eine Physiotherapie und eine Röntgenpraxis untergebracht. Aber mehrere Flure sind seit der Schließung Ende Dezember 2015 ungenutzt. Der Plan sieht vor, dass in das Gebäude nach Sanierung und Umbau mehrere Arztpraxen, eine Apotheke und eben eine große Pflegeeinrichtung einziehen.

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Dass es sich bei dem Unternehmen, mit dem man über die Pflegeeinrichtung spricht, um die Diakonie handelt, war hinter vorgehaltener Hand in Rochlitz seit Monaten Gesprächsthema. Bestätigt wurde das aber erstmals am Mittwoch in der gemeinsamen Mitteilung der Geschäftsführungen. Bei den Gesprächen sei "kein für beide Seiten annehmbarer Kompromiss erzielt" worden, heißt es. Details, auf welche konkreten Punkte man sich nicht einigen konnte, teilte man nicht mit. LMK-Chef Florian Claus sagte auf Nachfrage der "Freien Presse", dass man dazu Stillschweigen vereinbart habe.

Dennoch will man bei der LMK am Plan festhalten, ein Pflege- und Gesundheitszentrum in Rochlitz aufzubauen. "In einem ersten Schritt wird in Kürze eine Pflege-Beratungsstelle im Gebäude etabliert", heißt es. Sie soll Anlaufstelle für Fragen und Probleme von Pflegebedürftigen und deren Angehörigen sein. Einen konkreten Termin, wann das Angebot startet, nannte die LMK nicht.

Die für das alte Krankenhaus geplanten Angebote im Pflege- und Praxisbereich werde man nun versuchen, in Eigenregie aufzubauen. Dabei, so die LMK, setze man auf das Altenpflegeheim in Schweikershain, ein Tochterunternehmen der LMK, und auf die zur Krankenhausgesellschaft gehörenden Medizinischen Versorgungszentren in der Region. In diesen Einrichtungen, die die LMK unter anderem in Flöha, Oederan, Hainichen und Burgstädt betreibt, sind Ärzte verschiedener Fachrichtungen tätig.

Die geplanten Sanierungs- und Umbauarbeiten in Rochlitz werden den Angaben zufolge noch immer vorbereitet. Die Ausschreibung der Aufträge für die Bauarbeiten und die Vergabe dieser Aufträge würden "auf Hochtouren" laufen. Laut Florian Claus habe man die Arbeiten so ausschreiben müssen, dass Firmen aus ganz Europa dazu Angebote abgeben können. Dadurch seien die Formalitäten komplex und auch langwierig.

Man gehe davon aus, Ende des Jahres für den Umbau benötigtes Fördergeld zu bekommen. Einen Termin für einen möglichen Baustart nannte die LMK-Geschäftsführung am Mittwoch jedoch nicht. Im Januar hatte LMK-Chef Florian Claus gegenüber der "Freien Presse" erklärt, dass Ende dieses Jahres mit dem Umbau begonnen werden könne. Wie Claus am Mittwoch sagte, gehe man nach wie vor davon aus, dass die Bauarbeiten in einem Jahr zu schaffen seien.

Der Rochlitzer Oberbürgermeister Frank Dehne (parteilos) geht unterdessen davon aus, dass das Ende der Verhandlungen mit dem Diakonie Sozialservice den "Zeitplan sicher etwas durcheinander bringt". Die Stadt habe dem Landratsamt gegenüber die Bereitschaft signalisiert, nun über die Sozialservice Rochlitz Gesellschaft (SSG) als möglichen Betreiber der Pflegeeinrichtung Verhandlungen aufzunehmen, sagte er am Mittwoch auf "Freie Presse"-Nachfrage. Die SSG ist ein Tochterunternehmen der Stadt und betreibt in Rochlitz bereits eine große Senioreneinrichtung. "Es sollte in der Stadt keine Konkurrenz im Bereich der stationären Pflege geben", so Frank Dehne.

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