Rutschanlage im Burgstädter Bad wird repariert

Wegen der Coronakrise muss das Sportzentrum bis Ende Mai geschlossen bleiben. Jährliche Wartungsarbeiten wurden jetzt vorgezogen. Dabei traten einige Mängel zutage.

Burgstädt.

Täglich kommen ins Burgstädter Schwimmbad mit Sauna im Durchschnitt 250 Gäste. Doch seit 17. März ist das Sportzentrum am Taurastein geschlossen. Aufgrund der Coronapandemie ist der Betrieb untersagt, um Ansteckungen mit Covid-19 zu vermeiden. Doch allein 217 Gäste seien notwendig, um wirtschaftlich zu arbeiten, sagt André Hahn, Chef der Betreibergesellschaft ABS. Die monatlichen Verluste gibt er mit 140.000 bis 150.000 Euro an. 34 der insgesamt 54 Mitarbeiter seien auf Kurzarbeit Null gesetzt.

Die finanzielle Belastung für das Unternehmen sei groß. "Zurzeit leben wir von der Substanz", fügt der 58-Jährige hinzu. Je nachdem, wann die Einrichtung wieder öffnen kann, könne er sagen, wie sich die Verluste auf das Gesamtgeschäft auswirken und welche Konsequenzen das hat. Vorstellbar wäre ein Rettungsschirm durch die Stadt. "Ende des Jahres wissen wir mehr und können dem Stadtrat unsere Vorschläge und Wünsche unterbreiten", sagt er.

Laut sächsischer Corona- Ordnung hätte das Sportzentrum bereits ab 15. Mai wieder Gäste empfangen können. "Hallenbäder und Saunen dürfen derzeit aber immer noch nicht öffnen", sagt Bürgermeister Lars Naumann. Zwar dürften Gastronomie, Turnhallen und die Bowlingbahn mit Hygienekonzept wieder anlaufen, aber aus wirtschaftlichen Gründen sei eine Teilöffnung nicht vertretbar. Deshalb hatten sich Betreiber und Stadtverwaltung darauf verständigt, die dreiwöchige Schließzeit im Sommer wegen Reparatur- und Wartungsarbeiten vorzuziehen. Eigentlich seien die turnusmäßigen Arbeiten vom 3. bis 21. August geplant gewesen. Dies entfalle dann. Demnach bleibt das Sportzentrum mindestens bis 31. Mai geschlossen.

"Wir haben bereits den Außenputz auf der Sonnenterrasse erneuert", berichtet Bad-Chef Hahn. Zurzeit werde die Rutschhemmung im Rutschentreppenhaus sowie in den Duschen erneuert. "Die Fliesen sind seit Eröffnung 2008 noch nicht ausgewechselt worden", erläutert er. Sie hätten sich abgenutzt und seien zu glatt. Bei einer Messung des sogenannten Gleitreibwertes sei festgestellt worden, dass er nahe am Grenzwert liege. Deshalb würde der Belag jetzt chemisch behandelt - eine Antirutschbehandlung mit Supergrip. Ein Austausch der Fliesen wäre ebenso möglich gewesen, aber zu teuer, so Hahn. Der Stadtrat hatte bereits in seiner Sitzung im März eine Gesamtinvestition in Höhe von 73.000 Euro genehmigt. Darin enthalten war auch die Instandsetzung der Bio-Sauna für etwa 60.000 Euro. Bisher hatten 350.000 Gäste die Sauna seit 2008 besucht. Das sei nicht spurlos an dieser vorbeigegangen, sagt Hahn. Man gehe von einer Nutzungszeit von sechs bis acht Jahren aus. Eine Instandsetzung sei dringend erforderlich. "Doch die Arbeiten müssen wir ins nächste Jahr verschieben", sagt Hahn. Denn wegen der Coronakrise seien andere Aufgaben wichtiger. Zudem habe sich nach der Schließung herausgestellt, dass sich Fliesen und Putz im Rutschenlandebecken gelöst haben. "Das könnte mit der veränderten Luftfeuchte zusammenhängen, wenn das Bad nicht in Betrieb ist", erläutert der technische Leiter René Vogel. Damit seien zusätzliche Arbeiten erforderlich.

Zum 1. April hatte der Stadtrat zudem die Eintrittspreise für die Sportbad- und Saunanutzung erhöht. Die Ticketpreise verändern sich um 50 Cent im Bad und 2 Euro in der Sauna. Bisher kostete der Eintritt für die Schwimmhalle für 2,5 Stunden 4,50 Euro, jetzt sind es 5 Euro. Der Besuch der Sauna kostet wochentags für 2,5 Stunden 9 Euro und am Wochenende ab Freitagnachmittag und feiertags 10 Euro. Seit 1. April sind das 11 beziehungsweise 12 Euro. Doch diese Preiserhöhung war wegen der Pandemie noch nicht wirksam geworden.


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