Schokoträume und Klangerlebnisse

Die Rochsburg hat 2018 erneut einen leichten Zuwachs bei den Besucherzahlen verbuchen können. Das Schlossteam setzt bei seinen Angeboten auf einen Mix aus Neuem und Bewährtem.

Rochsburg.

27.000 Gäste haben im vergangenen Jahr die Rochsburg besucht. Damit hat sich die Besucherzahl seit 2014 fast verdoppelt und ist im Vergleich zum Vorjahr erneut leicht gestiegen. "Uns ist aber schon klar, dass das jetzt nicht ins Unermessliche so weiter geht. Irgendwann ist ja auch eine gewisse Kapazitätsgrenze erreicht", sagt Schlossherr Lutz Hennig, der sich gemeinsam mit seinem Team über den Zuspruch freut.

"Man muss sich profilieren, denn es gibt in der Region sehr viele Schlösser und Burgen. Das heißt, man muss Angebote haben, die die Gäste anderswo nicht finden", so Hennig. Punkten könne man unter anderem mit dem museumspädagogischen Angebot. "Da bieten wir viel für Kinder und Familien. Derzeit arbeiten wir deshalb auch an der Zertifizierung als familienfreundliche Einrichtung", erklärt Schlosssprecherin Nicky Wehr.


Gerade diese Angebote seien auf Grund der hohen Nachfrage auch stark ausgebaut worden. Das betreffe unter anderem Projekttage, die ergänzend zum Unterricht von Schulen wahrgenommen würden. Das beinhalte verschiedene Führungen, Bastelangebote und auch Bogenschießen. "Im vergangenen Jahr konnten wir mittels Fördergeldern unseren Lehmbackofen bauen. Damit wollen wir nun Kindern vermitteln, was in früheren Zeiten gegessen und wie es zubereitet wurde. Sie können bei uns Getreide mahlen, Teig kneten, den Ofen anfeuern, backen und natürlich auch kosten", so Hennig. Spielerisch könnten die Kinder so vieles über den Einsatz regionaler Lebensmittel lernen und diese überhaupt mehr wertschätzen. "Und sie lernen, was bio und was fair gehandelt bedeutet", erklärt Museumschef Hennig. Insgesamt behandele man so nicht nur geschichtliche Themen, sondern verknüpfe diese mit ethischen Komponenten und Umweltthemen.

Neben diesen Projekttagen bietet das Schloss eine Vielzahl thematischer Führungen. Neu im Programm ist unter dem Titel "Brandpfeil und Pulverdampf" eine, die sich mit der Wehrhaftigkeit des Schlosses beschäftigt.

Etwas, was im vergangenen Jahr neu war und sehr gut angekommen ist, wird es auch 2019 wieder geben: die Veranstaltung "Fledermäuse im Bau" am Valentinstag, die sich speziell an Singles richtet, bei der aber Paare ebenso willkommen sind. Dabei erfahren die Gäste unter anderem, wie die Menschen von damals umeinander warben. Ebenfalls zum zweiten Mal stattfinden wird der Gartenmarkt, das Schokoladenfestival in Zusammenarbeit mit der Schokomanufaktur "Choco del Sol" bereits zum vierten Mal.

Neu im Programm wird ein Sommernachtskonzert sein. "Das ist eine Open-Air-Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem mittelsächsischen Theater und der Philharmonie Freiberg", erklärt Nicky Wehr. Es sei ein Versuch, ein anderes Publikum anzulocken als das, das immer zur gut besuchten irischen Nacht komme. In Sachen Musik werde zum zweiten Mal auch "Campana" stattfinden. "Dabei werden nicht im herkömmlichen Sinne Lieder gespielt, sondern außergewöhnliche Klänge improvisiert, zum Entspannen. Das kam richtig gut an voriges Jahr", so Wehr.

Aber auch auf Bewährtes setze man. So gebe es zu Ostern den schon traditionellen Familiennachmittag, Country-Lady Gudrun Lange wird wieder ihr Weihnachtskonzert geben und auch der Adventsmarkt und der märchenhafte Jahresausklang, bei dem die Kleinsten am 30. Dezember Silvester schon einmal vorfeiern können, stehen auf dem Programm.

Im Moment freue man sich auf die Sonderausstellung "Lieblingsstücke - Fahrrad, Filzschuh, Feuerwehr". Vom Landkreis organisiert und zusammengestellt, werden ab 2. Februar auf der Rochsburg mehr als 60 Unternehmen zeigen, was in der Region produziert wird. Das geht weit über die erzgebirgischen Männel hinaus und reicht vom Briefkasten bis zur Badewanne, von der Kinderzimmerlampe bis zum Kuschelsofa. Naturseifen und Heilwässer gehören dazu wie Fahrräder nach Maß und erotische Herrenunterwäsche. "Es sind sehr schöne und interessante Objekte, die wir präsentieren können", sagt Hennig. Es sei auch für ihn erstaunlich, was im Kreis alles hergestellt wird. "Die Besucher werden überrascht sein", sagt er. Sie habe nicht gedacht, dass die Palette so umfangreich und vielfältig ist, sagt auch Nicky Wehr. Auf über 100 Quadratmetern werden die mittelsächsischen Produkte gezeigt.

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