Senioren wollen in Stadt mehr mitmischen

In Rochlitz gibt es ältere Bürger, die etwas bewegen wollen. Ihre Ideen haben sie jetzt im Rathaus vorgestellt - und dafür bekommen sie auch etwas zurück.

Rochlitz.

Einen Schachlehrer für eine Arbeitsgemeinschaft im Rochlitzer Gymnasium zu finden oder für Kindergarten- oder Hortkinder stundenweise Leih-Omas - das gehört zu den Aufgaben, die sich der Seniorenrat Rochlitz gestellt hat. Bei einem Gespräch im Rathaus sind sie in Anwesenheit von Vertretern der Diakonie, des DRK, der Sozialservicegesellschaft, von Schulen, dem Jugendladen und zusammen mit OB Frank Dehne (parteilos) besprochen worden. Dabei, so die Vorsitzende des Seniorenrates, Elly Martinek, seien auch umgekehrt Angebote an Senioren gerichtet worden. Unter anderem habe eine Lehrerin vorgeschlagen, Sport und Tanz in Senioreneinrichtungen anzubieten, Mitglieder aus dem Jugendladen könnten sich vorstellen, Älteren bei Handy, Computer und Co. unter die Arme zu greifen.

Das, was in der Satzung der Gruppe als gesellschaftliche Beteiligung älterer Menschen sowie die Nutzung ihrer Fähigkeiten im Interesse der Stadt zu fördern bezeichnet wird, ist alles andere als trocken, sondern bereits mit vielen lebendigen Ideen erfüllt, deren Umsetzung beiden Seiten etwas gibt.

Dabei hat es laut Martinek schon vor einigen Jahren einen Seniorenrat in der Stadt gegeben. Dessen Arbeit habe etwa zwei Jahre geruht und sei im Frühjahr wiederbelebt worden. "Die alten Mitglieder haben sich wieder getroffen, und wir konnten auch ein paar neue hinzugewinnen. Jetzt sind wir zwölf", so Martinek. Eine erste Aufgabe hätten sie bereits in die Hand genommen: "Wir haben alle in Rochlitz vorhandenen Bänke gesichtet und Plätze erfasst, an denen noch eine Ruheoase notwendig wäre", erklärt Martinek. Eine erste ist bereits entstanden: Anfang Oktober hatte ein ehemaliger Rochlitzer Arzt der Stadt eine Bank gespendet, die an einem vom Seniorenrat ausgewählten Platz aufgestellt wurde.

Nun will sich die Gruppe weiter bekannt machen und um Mitstreiter werben. Dafür soll das am 14. November stattfindende Seniorenkonzert des Polizeiorchesters genutzt werden. "Wir wollen an einem Tisch die Leute über unsere Anliegen informieren", sagt die 72-Jährige. Viele ältere Leute sagten, in Rochlitz sei für Senioren nichts los, sie würden nicht gebraucht. "Das stimmt aber nicht. Rochlitz bietet in dieser Hinsicht viel. Manche nehmen das nicht wahr, andere scheuen sich vielleicht, allein die Initiative zu ergreifen. Die wollen wir mitnehmen", erklärt Martinek.

Der Seniorenrat trifft sich jeden dritten Mittwoch im Monat von 14.30 bis 16 Uhr im Wächterladen, Burgstraße 10. Ab 17 Uhr bietet er dort eine Bürgersprechstunde an.

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