Sie verschaffen den Dörfern künftig Gehör

Die kleinsten Ortsvertretungen der Muldestadt haben ihre Führungsspitzen gewählt. Neben gestandenen Ortsvorstehern drängen zunehmend auch Jüngere in die Kommunalpolitik.

Penig.

Die Kommunalwahl hat in einigen Orten durch die Zusammensetzung der Räte nicht nur zu politischen Veränderungen geführt. Auch in der Altersstruktur lässt sich erkennen: In einigen Gremien haben Jüngere das Ruder übernommen. So wurde in Lunzenau die 38-jährige Katja Schättin zur ersten Vize-Bürgermeisterin gewählt. Der 23-jährige Steve Sarfert wurde erster Vize-Bürgermeister in Mühlau. Und in Wechselburg wurde Marcus Theuer, Jahrgang 1987, Mitglied des Gemeinderates. Auch einige Peniger Ortschaftsräte haben sich verjüngt.


Arnsdorf

Tobias Teichmann: Der 39-Jährige hat den bisherigen Ortsvorsteher Gerhard Harzendorf an der Führungsspitze des Arnsdorfer Ortschaftsrates abgelöst. "Wir sind gerade dabei, uns zu informieren. Mein Ziel ist es, ihm künftig wieder ein höheres Gewicht zu verleihen", sagt Teichmann. Ihm sei wichtig, dass im Zuge des Ausbaus des Autobahnzubringers auch die Ortsdurchfahrt mit erneuert wird. Da sieht er den Freistaat in der Pflicht. Ein wichtiges Thema, das auch in diesem kleinen Ortsteil eine Rolle spiele, sei der Ausbau des schnellen Internets. Dieser sei nicht vorgesehen mit der Begründung, der Anschluss per Sat-Kabel sei ausreichend. "Doch alle, die das nicht haben, fühlen sich abgehangen", sagt der neue Ortsvorsteher. Dieses Thema werde massiv in seinem Ortsteil diskutiert. Zudem gebe es noch einige andere Projekte, die noch nicht ganz spruchreif sind, die der Ortschaftsrat aber in nächster Zeit diskutieren will. (ule)


Thierbach

Hartmut Bauer: Der alte Ortsvorsteher ist der neue: Hartmut Bauer ist als Chef der kleinsten Volksvertretung in seinem Ortsteil Thierbach wiedergewählt worden. "Ganz oben auf der Prioritätenliste steht der Bau unserer Kommunalstraße im Ort", sagt er. Im vorigen Jahr habe es dazu bereits Planungen gegeben, doch der Fördertopf sei leer gewesen. "Es ist unser Ziel als Ortschaftsrat, dass wir da nun endlich zu Stuhle kommen." Die Anträge würden beim Freistaat vorliegen. "Wir bekommen ja nun eine neue Landesregierung. Mal sehen, wie es mit den Anträgen weitergeht", hofft Bauer, dass der Straßenbau bald beginnen kann. Allgemein zeigt er sich zufrieden, dass es die Ortschaftsräte auch weiterhin gibt. Denn die Stadt hatte dies vor der Wahl zur Diskussion gestellt. Bauer hofft, dass es auch in dieser Legislaturperiode wie bisher sachlich zugehen möge. (ule)


Tauscha

Gerald Krönert: Er erhielt erneut das Vertrauen des Ortschaftsrates und wurde als Ortsvorsteher wiedergewählt. Nach wie vor sieht er eine der wichtigen Aufgaben darin, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h im Ober- und Unterdorf eingehalten wird. "Die Stadt stellt manchmal einen Geschwindigkeitsmesser auf. Aber wenn dieser weg ist, geht es von vorn los", ärgert sich Krönert. "Wir werden unser Augenmerk darauf haben", kündigt er an. Wichtig sei für ihn auch, dass der Bachlauf einen ungehinderten Durchfluss hat. "An manchen Stellen ist er zugewachsen, hier müssen wir eng mit der Stadt zusammenarbeiten", sagt Krönert. Auch liege ihm viel daran, dass Einwohner Pflegepatenschaften für gewisse Bereiche im Ort übernehmen. Hier wolle der Ortschaftsrat weitere Interessenten im Dorf ansprechen und zur Mitarbeit gewinnen. (ule)


Langensteinbach

Oliver Flemming: Im größten Peniger Ortsteil hat sich die Führungsspitze des Ortschaftsrates verjüngt. Der 30-jährige Oliver Flemming hat Olaf Tröger, der nicht wieder angetreten war, abgelöst. Eine der vorrangigen Aufgaben sieht Oliver Flemming im Ausbau der Dorfstraße Oberhain - Niederhain. Auch hofft er, dass die Sanierung der Grundschule und der Turnhalle erfolgreich abgeschlossen wird. "Optimistisch sehe ich der Eröffnung der neuen Arztpraxis entgegen, auch wenn es vielleicht etwas später wird als April ", sagt er. Mit dem Standort sei er zufrieden, er liege zentral und sei gut zu erreichen. Wichtig sei auch, dass der Breitbandausbau schnell erfolge. "Dies ist wichtig, damit wir junge Leute im Dorf halten." Was die Umgestaltung des ehemaligen Schulplatzes in Niedersteinbach betrifft, so wünscht er sich keine Streuobstwiese, sondern einen Platz, den man auch mal für Feste nutzen kann. (ule)


Chursdorf

Manfred Thiele: Für den langjährigen Chursdorfer Ortsvorsteher Manfred Thiele ist "die Pflege und der Erhalt des örtlichen Kulturerbes" eine der vorrangigen Aufgaben in seinem Ortsteil. Mit der neu eingerichteten Heimatstube wolle man, wie er sagt, "eine kulturelle Oase" im Ort schaffen. Günstig sei in diesem Zusammenhang, dass drei Ortschaftsräte auch Mitglied des Heimatvereins sind. Das sei eine gute Verbindung. Die Heimatstube, die am 17. Mai mit rund 40 Besuchern eröffnet worden sei, werde gut angenommen. Als nächste Veranstaltung ist am 3. Oktober eine Pilzwanderung geplant, am 15. November gibt es eine Autorenlesung. "Ziel ist, monatlich eine Veranstaltung für die Dorfbevölkerung zu verschiedenen Themen durchzuführen." Eine weitere Aufgabe, die der Ortschaftsrat sieht, sei, das Parkplatzproblem am kommunalen Friedhof zu lösen. (ule)

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