Sprit per Karte - Tankstelle in Penig kommt ohne Personal aus

Im Gewerbegebiet Wernsdorf unweit der Autobahn hat die erste Automatentankstelle der Region eröffnet. Statt eines Shops gibt es nur ein Elektro-Häuschen.

Penig.

Gerhard Roscher aus dem erzgebirgischen Drebach wollte sich bereits 2016 seinen Traum von der eigenen Tankstelle erfüllen. Mit einiger Verspätung hat er es nun geschafft. Nach Monaten Eigenleistung, nach umfangreicher Arbeit von Fachfirmen und zeitraubendem Schriftwechsel mit Behörden ist die erste Automatentankstelle der Region rund um Penig diese Woche in Betrieb gegangen.

In der Anfangsphase helfen Gerd Roscher und seine Frau Margitta so manchem Autofahrer noch etwas, wenn es darum geht, den für viele ungewohnten Tankvorgang zu starten. "Wir kommen aller zwei Tage mal mit hierher", sagt der Investor. Er habe nur noch Kontrollaufgaben, schaue, dass alles läuft, und leere ab und zu den Papierkorb. Ansonsten funktioniert die neue Tanke im Wernsdorfer Gewerbegebiet vollautomatisch, rund um die Uhr. Eine Schließzeit gibt es nicht. In der Anfangsphase kann man die Benzinarten Super und Super E 10 sowie Diesel tanken. "Wahrscheinlich nächstes Jahr möchte ich noch eine zweite Tanksäule mit sechs Tankpistolen in Betrieb nehmen. Dort soll dann zusätzlich auch Super plus mit angeboten werden", meint Gerd Roscher. Die Abbuchung vom Konto des Kunden erfolge über eine Firma aus München. Betriebe, die größere Mengen Diesel tanken wollen, können eine Tankkarte beim Investor beantragen, sagt er.


In der Region wird das neue Angebot mit Interesse verfolgt. "Es ist schön, dass die Stadt Penig bei dieser Art zu tanken Vorreiter ist", sagt Stadtsprecherin Manuela Tschök-Engelhardt. Zudem habe diese Tankstelle auch überregionale Bedeutung durch ihre Nähe zur Autobahn. Nicht so erfreut zeigt sich der Interessenverband der Tankstellen, der die Tendenz zu mehr Automatentankstellen im ländlichen Raum mit einer gewissen Sorge beobachtet. Laut Pressesprecher Herbert Rabl gehe damit auch ein Stück Lebensqualität verloren, da zu einer Tankstelle, die ein Ort der Kommunikation sei, auch andere Angebote wie Shops und die Autowäsche gehörten. Dazu brauche man aber Personal, das bezahlt werden müsse.


So funktioniert es

An die Tanksäule fahren und die EC-Karte beziehungsweise eine Scheckkarte bereithalten. Lkw-Fahrer, die vom Anbieter eine gewerbliche Tankkarte haben, halten diese bereit.

Karte in den Kartenleser einführen. Das Gerät prüft die Gültigkeit. Nun ist die PIN einzugeben.

Durch Tippen auf das Display die gewünschte Kraftstoffart wählen und tanken. Das Gerät führt weiter durch das Menü. Zum Schluss bekommt man eine Quittung.

Der Tankvorgang ist nun beendet. Privatkunden können bis zu einem Betrag von 80 Euro tanken. Wird mehr gewünscht, muss man noch einen zweiten Tankvorgang starten. (ule)

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1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 2
    0
    VaterinSorge
    04.04.2019

    Wer in Europa unterwegs ist, der kennt diese Art der Tankstellenautomaten bereits, auch stellen immer mehr Markentankstellen ihren Nachtbetrieb ein und bieten die Automatenbetankung als Deckung des 24 h Dienstes an. Natürlich werden sich Pächter von Markentankstellen immer wieder was einfallen lassen müssen, um ihre Kunden weiter zu binden, zu interessieren oder rundum zu bedienen. Ich sehe persönlich da keine wirkliche Konkurrenz zur Shell in Penig, denn es gibt im Umkreis kaum eine Tankstelle, die mit so viel Service und freundlich - kompetenten Personal aufwartet. Wenn ich aber spät am Abend von der A 72 komme und eine Möglichkeit habe direkt an der Autobahn ohne lange Wege vielleicht auch noch günstig zu tanken, dann werde ich das auch gern nutzen, um nicht bis Chemnitz fahren zu müssen, denn in Hartmannsdorf ist die TOTAL auch ab 21:00 Uhr ausschließlich mit einem Automaten zu nutzen.
    Also prima Idee und ein gutes Gefühl, wenn die Preisentwicklung der Großkonzerne durch mehr Wettbewerb etwas reguliert wird.



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