Stadt will Hallen-Bau 2020 vollenden

In der neuen Sportstätte der Grundschule können bald die Kinder toben. Auch der Aussichtsturm wird im Frühjahr eröffnet. Für Geringswaldes Bürgermeister zwei gute Nachrichten. Es gibt aber auch Herausforderungen zu meistern.

Geringswalde.

Geht es nach Stadtrat und Geringswalder Stadtverwaltung, könnte in diesem Jahr locker ein Millionenbetrag in Infrastruktur, Sport und eine attraktive Innenstadt investiert werden. Ein Grund für Bürgermeister Thomas Arnold (parteilos), erwartungsvoll auf 2020 zu schauen. "In diesem Jahr werden wir den Neubau der Turnhalle auf dem Gelände der Grundschule in Betrieb nehmen können. Zwar mit erheblichem Verzug, aber es lässt sich mitunter im Vorfeld nicht abschätzen, womit man sich als Bauherr herumschlagen muss." Arnold spielt dabei auf den ursprünglichen Anbieter von Fußboden und Prallschutzwänden an, der aus dem Vertrag ausstieg. Aus der Einweihung im Juni wurde nichts. Ein neuer Lieferant musste gefunden werden, und der ist vom Zulieferer etwa von Türen und Toren abhängig.

Allein etwa fünf bis sechs Millionen Euro hält die Kommune für den Breitbandausbau im Geringswalder Stadtgebiet vor. "Wir erwarten noch in diesem Jahr den ersten Spatenstich", kündigte der Stadtchef an. Derzeit bereite man die Ausschreibung vor.

Zudem stehen Projekte wie der Abriss der Industriebrache an der Bahnhofstraße, bekannt als Simöti, und die Sanierung der Erich-Zeigner-Straße auf der Agenda 2020. Und die Geringswalder Ortsfeuerwehr rechnet mit einem neuen Löschgruppenfahrzeug.

Alle Pläne und Vorhaben seien ohne Fördermittel nicht mal im Ansatz denkbar, sagt Arnold. Gleichwohl ärgert ihn das Ungleichgewicht in der Finanzausstattung. "Die Spreizung zwischen kleinen Landgemeinden und Großstädten ist dramatisch. Gegenüber den Mitteln, mit denen wir zurechtkommen müssen, greifen Chemnitz, Dresden oder Leipzig locker auf das Vierfache pro Einwohner zurück." Unerträglich finde er das. Damit belebe man den ländlichen Raum nicht.

Mit Blick auf die Zusammenarbeit mit der Landkreisbehörde, wünscht sich Arnold weniger Bürokratie etwa bei der Vergabe von Fördermitteln. Zudem sei die Höhe von Zuschüssen für den Straßenbau völlig unzureichend. "Investitionen stocken, und wir können nicht in der Geschwindigkeit agieren, die notwendig wäre." Sorgen macht ihm auch das Auslaufen von Fördermitteln aus den Töpfen der Europäischen Union im Frühjahr. Denn darin sieht Arnold die derzeit größte Herausforderung: "Wir müssen den Anschluss an die 'große weite Welt' wiederherstellen und Lebensqualität in der Kleinstadt schaffen."

Doch zunächst konzentriert sich der Stadtchef auf Liegengebliebenes aus dem Vorjahr. So soll etwa die Jugendszene wiederbelebt werden, nachdem 2016 im Freizeittreff die Lichter ausgegangen waren. "Noch fehlt es jedoch an jungen Erwachsenen, die über eine Befähigung als Jugendleiter verfügen und im künftigen Club an der Leipziger Straße die Verantwortung übernehmen", bemerkte Arnold.

Neben den tagtäglichen Herausforderungen freut sich Arnold auf schöne Ereignisse: "Wir werden die Inbetriebnahme unserer neuen Sportstätte genauso feiern wie etwa die Wiedereröffnung des Aussichtsturmes nach der Sanierung." Gewerbefest, Teichfest, Weihnachtsmarkt und sommerliche Dorffeste vervollständigten die Angebote für die Geringswalder. Nicht zuletzt werde Mitte Mai das Freibad wieder seine Pforten öffnen. "Aktuell sind wir dabei, den Imbiss neu zu verpachten", so Arnold. Der langjährige Betreiber habe den Vertrag aus gesundheitlichen Gründen leider lösen müssen.

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