Stadtrat spricht sich für mehr Transparenz aus

Die Geringswalder können künftig die Sitzungsvorlagen des Stadtrates im Internet schon vor den Tagungen nachlesen. Umstritten ist hingegen, ob es auch eine mobile App geben wird.

Geringswalde.

Künftig sollen Beschlüsse, die im Stadtrat behandelt werden, im Vorfeld der Sitzungen auf der Homepage der Stadt Geringswalde veröffentlicht werden. Dafür sprach sich zur Sitzung am Dienstagabend die Mehrheit der Stadträte aus. Eingebracht hatte den Antrag die Linksfraktion. Keine Mehrheit fand hingegen deren Forderung, Protokolle aus Sitzungen zu veröffentlichen. Beschlossen werden soll die Neuerung, die zugleich eine Änderung der Geschäftsordnung nach sich zieht, in der nächsten Zusammenkunft des Stadtrates.

Ab einem Zeitpunkt, der noch zu bestimmen ist, können Interessierte dann neben der Tagesordnung die anstehenden Beschlüsse mit der entsprechenden Begründung nachlesen.

Der Antrag der Linksfraktion hatte unterschiedliche Reaktionen ausgelöst. So gab Bürgermeister Thomas Arnold (parteilos) zu bedenken, dass bei veröffentlichten Passagen im Internet immer die Gefahr bestehe, dass sie aus dem Zusammenhang gerissen und verfälscht in den sozialen Medien verbreitet werden.

Peter Petersen (Freie Wähler) erinnerte das Gremium daran, dass man sich vor der Kommunalwahl im Mai mehr Transparenz auf die Fahnen geschrieben habe. "Nur durch Offenheit können wir das Interesse der Einwohner wecken."

Linksfraktionschef Robert Sobolewski sah das ganz ähnlich. "Die Leute müssen vorher wissen, worum es in den Sitzungen geht." Da sie bislang nicht genügend informiert worden seien, seien die Besucherstühle im Ratssaal häufig unbesetzt geblieben.

Für Grünen-Politikerin Claudia Glanz hingegen zeichnet sich mit Blick auf die zurückliegende Legislaturperiode eine positive Entwicklung ab. "Denn kurz nach dem Mauerfall hat sich doch hier im Sitzungssaal niemand blicken lassen. Jetzt hingegen bin ich hocherfreut, wenn immerhin vier, fünf Einwohner Interesse zeigen."

Hendrik Fischer (Freie Wähler) sprach sich dafür aus, mit dem Zeitgeist zu gehen. "Mit einer 'Geringswalde-App' könnte man mehr Einwohner erreichen", sagte er. Man müsse es jungen Menschen leichter machen, sich für kommunale Belange zu interessieren.

Geringswaldes erster Vizebürgermeister Falk Horn (Freie Wähler) unterstützte das Ansinnen. "Wir müssen jetzt aktiv werden und den Plan mit der App vorantreiben, ohne uns zu verzetteln."

Harald Hofmann (Freie Wähler) schlug vor, den vorhandenen Internetauftritt der Stadt an die Nutzung auf Smartphone und Tablet anzupassen.

Man solle den Aufwand für das Erstellen einer solchen mobilen App nicht unterschätzen, mahnte der Stadtchef an. Wie auch der Internetauftritt müsse ein solches Kommunikationsmittel regelmäßig mit frischen Inhalten gefüttert werden. "Das ist mit unserem vorhandenen Personal nicht zu stemmen." Oder man bemühe einen externen Anbieter. Der allerdings koste entsprechend.

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