Trump, Merkel und Putin wollen Peniger Bürgermeister beerben

Noch acht Monate ist Thomas Eulenberger im Amt. Für den letzten Karnevalsauftakt, den er als Ortschef miterlebt, haben sich die Narren der Muldestadt etwas Besonderes einfallen lassen.

Penig.

Ende Juli nächsten Jahres will Thomas Eulenberger seinen Bürgermeisterstuhl für einen Nachfolger freimachen. Bislang hat sich noch niemand offiziell zu erkennen gegeben, der den 67-jährigen CDU-Politiker, der seit 1993 das Rathaus der Muldestadt leitet, einmal beerben will. Bis vergangenen Montag - denn am 11.11., zum Auftakt der 51. Saison des Faschingsclubs Penig (FCP), wendete sich das Blatt rapide. Mit dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump, mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin signalisierten gleich drei Spitzenpolitiker am Abend auf dem Marktplatz ihre Bereitschaft, das Peniger Bürgermeisteramt ab Sommer nächsten Jahres übernehmen zu wollen.

Er komme gleich von nebenan - aus dem Peniger Ortsteil Amerika - und erfülle deshalb alle Voraussetzungen, buhlte Trump-Darsteller Sebastian Kuzminsky vom FCP-Männerballett um die Gunst der zahlreich erschienenen Zuschauer. Sein Wahlversprechen: "Eine Mauer, die so hoch ist, dass kein böses CO2 nach Penig reinkommt."

Stilecht - mit Raute - trat auch Angela Merkel, dargestellt von FCP-Vereinschef Sven Wagner, vors Mikrofon und versprach, einen Flughafen bauen zu wollen. Und auch Wladimir Putin, dargestellt von Martin Schreier, hätte großes Interesse, auf dem Chefsessel im Rathaus Platz nehmen zu dürfen.

Alle drei Kandidaten wurden von Mike Tauchmann vom Faschingsclub aufgefordert, noch einmal drei Bürgermeister-Gags, die Thomas Eulenberger in den zurückliegenden Jahren geduldig über sich ergehen ließ, Revue passieren zu lassen. So musste Putin auf einer Kinderrutsche, die an den Bau der Rutsche im Peniger Freibad erinnerte, nach unten gleiten. 2009 hatte sich Eulenberger bei diesem Gag die Füße leicht verbrannt, weil das Wasser im Becken aus Versehen zu heiß geworden war. "Muddi" Merkel musste auf einem Kindertrampolin springen. Mit diesem Gag erinnerte der FCP an seinen Vorschlag aus dem Jahr 2012, neben dem Rathaus einen Kinderspielplatz zu errichten. Und Präsident Trump stellte sich auch nicht ungeschickt an, als er ein Baby, dargestellt von Uwe Naumann, wickeln musste. Dieser Aufgabe hatte sich Eulenberger 2015 als stolzer Opa auf dem Peniger Marktplatz stellen müssen.

Die 51. Karnevalssaison des FCP ist somit stimmungsvoll und mit einem Blick in die Historie eröffnet worden. Sie steht unter dem Motto: "Kreuz und quer durchs Mittelmeer". Die Funkengarde marschierte ein und präsentierte sich in neuen Kostümen, die zur Jubiläumssaison voriges Jahr angeschafft worden waren. Traditionell nahm Claus Führer vom FCP dem Bürgermeister den Rathausschlüssel ab. Erstmals durften die "Tanzbienchen" - mit vier bis sechs Jahren die Jüngsten im Verein - bei einer Abendveranstaltung ihr Können zeigen. Und auch das Männerballett rockte den Rathaus-Vorplatz. Zudem begeisterten die Happy Dance Kids und die Flying Dancer die Gästeschar auf dem Markt.

Sichtlich gerührt nahm Bürgermeister Thomas Eulenberger sein Abschiedsgeschenk entgegen - eine kunstvoll gestaltete Faschingseule aus Holz, die einen Ehrenplatz in seinem Garten bekommen soll. "Ich bin baff. Aber acht Monate lang müsst ihr mich schon noch erdulden", so der Bürgermeister. So richtig rund geht es dann am 16. November zum "Oktoberfest 2.0" im sanierten Kultur- und Schützenhaus.

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