Warum die Gemeinde nach alten Stufen sucht

Im Königsfelder Schlosspark soll ein neuer Spielplatz entstehen. Das Problem: Im Boden wird eine alte Steintreppe vermutet.

Königsfeld.

Die Kinder der beiden Kindertageseinrichtungen in der Gemeinde Königsfeld können sich bei ihren Spaziergängen durch den Schlosspark bald über Abwechslung freuen. Unterhalb des neu entstandenen Generationentreffs ist auch ein neuer Spielplatz geplant, an dem in Zukunft Halt gemacht werden kann. "Die Parkanlage wird von den Einrichtungen fast täglich aufgesucht. Auch Hochzeiten finden dort statt, da bietet es sich doch an, ein Spielgerüst zu errichten", sagt Bürgermeister Frank Ludwig (parteilos). Das Kombinationsgerät aus Hängebrücke und Kletterelementen namens "Rittergut" soll sich optisch in die Parkanlage des ehemaligen Königsfelder Ritterschlosses einfügen. Die Kosten belaufen sich auf etwa 19.000 Euro. Das Projekt wird mit 10.000 vom Landkreis bezuschusst. Auch den Fördermittelbescheid habe die Gemeinde bereits erhalten, so Ludwig.

Die Mitarbeiter des Königsfelder Bauhofs stehen derzeit an Ort und Stelle aber noch vor einer Herausforderung. Wo das Spielgerät errichtet werden soll, wird eine alte Porphyrtreppe vermutet, die einmal zum Schlosseingang geführt haben soll und auf alten Abbildungen des Ritterschlosses zu sehen ist. "Ob die Treppe sich wirklich dort befindet oder weiter oben - das sind nur Vermutungen", so Ludwig. Bei der Suche sei aber auch ein Starkstromkabel entdeckt worden, das nun verlegt werden muss. Wie lange die Suche nach der Treppe noch andauert, könne man derzeit nicht sagen. "Wir legen jetzt erst mal das Kabel frei und sehen dann weiter. Das Spielgerät soll aber Ende des Monats aufgestellt werden", so der Gemeindechef.


Historie des Schlossparks und Ritterschlosses

Im 12. oder 13. Jahrhundert wurde vermutlich der Teich des Schlossparks angelegt. Auf der größten Insel hat sich die Wasserburg im romanischen Baustil befunden. Heute gibt es keine Gebäude mehr auf der Insel.

Beim Bau des Ritterschlosses 1540 wurde wahrscheinlich auch der Park unterhalb des heutigen Generationentreffs angelegt.

1949 wurde die Schlossanlage gesprengt und die Reste wurden als Baumaterialien weiterverwendet.

2002 sanierte die Gemeinde das nach der Sprengung verbliebene Wirtschaftsgebäude, das als Rat- und Bürgerhaus genutzt wird.

Im Jahr 2012 hat die Gemeinde die beiden kleineren Inseln auf dem Schlossteich neu angelegt, die durch Biberbauten und Baumfällungen zerstört worden waren.

2018 wurde der neue Generationentreff auf den Mauern des alten Schlosskellers errichtet. Das Kellergewölbe steht unter Denkmalschutz. (cbo)

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