Wechselburgerin steckt Helfen im Blut

Seit mehr als 25 Jahren sammelt Saron Pietzka Spenden für Bedürftige. Auslöser war ein Servicetechniker für Kühlanlagen.

Wechselburg/Rochlitz.

Und wieder ist eine Sendung fertig. Saron Pietzka strahlt, denn sie weiß, dass die Spenden dringend gebraucht werden - nicht nur in der Vorweihnachtszeit. Seit mehr als einem Vierteljahrhundert macht sich die 49-Jährige mit einem Geschäft für Kinderkleidung und Spielzeug in Rochlitz für die stark, die nicht so viel haben. Etwa Kinder in einem Heim in Albanien.

So gehen regelmäßig Bekleidung für Frauen und Kinder oder auch Gerätschaften wie Töpfe oder Geschirr auf die Reise. Die Spenden gelangen in ein Sammellager, das von der Hilfsorganisation "Global Aid Network (GAiN) geführt wird. Von dort gelangen sie in ärmere Länder Südeuropas. "Es ist eine Frage des Vertrauens", sagt Saron Pietzka. Und das sei in den vielen Jahren auch immer gerechtfertigt gewesen. "Großer Bedarf besteht bei Herrenbekleidung", berichtet die Wechselburgerin. Männer trennten sich offenbar nicht so gern von ihrem Eigentum, sagt sie.

Viele liebevoll zusammengestellte Spenden hat sie schon weitergegeben, etwa einen abgelegten Schulranzen. "Der war noch völlig in Ordnung. Dazu bis obenhin gepackt mit neuem Schulmaterial, das Kinder so brauchen. Diese Spende haben wir dann auch genauso weitergegeben."

Wäre es nach ihr gegangen, hätte sie Spendensammeln zu ihrem Lebenszweck gemacht, sagt sie. "Es ist mir ein Bedürfnis, eine Herzenssache." So versuche sie, auf ihrer kleinen Ebene Not lindern zu helfen.

Erste Initiativen reichen bis zurück in die Zeit vor dem Mauerfall. "Ich stamme aus der Wechselburger 'Eisdiele Krause'. Der Service für die Kühlanlagen wurde von Andreas Lange durchgeführt. Durch seine Kontakte zur Hilfsorganisation erfuhren wir, wo Unterstützung gebraucht wird." So seien mitunter spontane Anrufe gekommen, wenn Spenden nach Polen mussten oder die Not in Ungarn durch eine Flut groß war. Ihre ganze Familie sei geprägt vom Gedanken des Helfens.

Saron Pietzka hat nicht viel Zeit. Mit ihrer Schwester Elisabeth Krause will sie noch etliche Kartons packen, die dieser Tage rausgehen. Und Pietzka schätzt die Begegnungen mit Menschen, die ihr wichtige Hinweise geben. Etwa wenn Kindermöbel in einer Kita durch neue ersetzt werden. Dann aktiviert sie ihr Netzwerk. "Zu schade für den Sperrmüll", meint sie und kümmert sich um die Weiterverwendung.

Spenden können angemeldet werden über: saronpietzka@gmx.de

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