Wende im Prozess gegen Dealerin

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45-jähriger Ex-Freund kann überraschend als Zeuge gehört werden

Chemnitz/Geringswalde.

Eine 32-jährige Frau aus Geringswalde muss weiter auf ihr Urteil warten. Eigentlich wollte Richterin Jacqueline Neubert ein solches gegen die mutmaßliche Drogenhändlerin vor dem Chemnitzer Amtsgericht am fünften Verhandlungstag endlich verkünden. Doch das Schöffengericht trat erneut in die Beweisaufnahme ein. Denn ein wichtiger Zeuge soll noch gehört werden. Ihr einstiger Freund, der bereits im Oktober 2019 in die Türkei abgeschoben worden war, reiste danach irgendwann erneut nach Deutschland ein. Schließlich befindet er sich zurzeit laut Neubert in Abschiebehaft.

Der 45-Jährige könnte die Geringswalderin entlasten. Das Crystal, das Polizisten bei ihr während einer Wohnungsdurchsuchung Ende Juni voriges Jahres gefunden hatten, soll von ihrem früheren Lebenspartner stammen. Kein unwichtiges Detail. Mehrfach schon spielte die Herkunft der Drogen eine Rolle im Prozess. Hat er ihr die Drogen verkauft oder nach seiner Abschiebung einfach nur überlassen? Oder dealte sie womöglich im Auftrag von ihm? Antworten auf diese und weitere Fragen dürften Staatsanwaltschaft, Verteidigung und das Schöffengericht gleichermaßen interessieren. Zumal eine 37-jährige dreifache Mutter aus Mittweida im Zeugenstand einmal erklärte, dass der Mann ausstehendes Drogengeld bei ihr eingefordert hatte.

Davor hatte die Geringswalderin die Mittweidaerin über längere Zeit hinweg mit Crystal versorgt - zehn Gramm pro Monat sollen es gewesen sein; von mindestens sechs Taten sprach Oberstaatsanwalt Wolfgang Klein. Am vierten Verhandlungstag plädierte der Jurist auch aufgrund dieser Aussage für eine Haftstrafe von drei Jahren und drei Monaten. Verteidiger Mario Thomas strebt indes einen Freispruch an. Da bei der Verkehrskontrolle und der anschließenden Wohnungsdurchsuchung seiner Meinung nach vieles falsch lief, könnten die Beweise nicht vor Gericht verwertet werden. Außerdem zog er die Aussagen der Mittweidaerin in Zweifel. In der Tat erinnerte sich die 37-Jährige nicht an jedes Details. Sie konnte zum Beispiel nicht explizit sagen, ab welchem Zeitpunkt sie Crystal von der Geringswalderin kaufte und wann die Drogengeschäfte endeten.

Neben dem Türken soll die Mittweidaerin daher erneut in den Zeugenstand gerufen werden. Der Prozess wird Mitte April fortgesetzt.

AZ: Ls 860 Js 23583/20

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