Wie der ZWA beim Regengeld vorankommt

Eigentümer sollen Angaben über Grundstücke machen

Frankenberg.

Im nächsten Jahr will der Abwasserzweckverband ZWA Hainichen ein Entgelt für Regenwasser einführen. Seit Mai sind Tausende Schreiben mit Luftbildern von Grundstücken an Eigentümer versandt worden. Sie zeigen versiegelte Flächen, die Basis der Berechnung sind. Das hat Fragen aufgeworfen.

Wie kommt der Verband voran?

Bisher wurden über 17.300 von rund 24.600 Grundstücksbesitzern im Verbandsgebiet in Teilen Mittelsachsens und des Erzgebirges angeschrieben. Etwa 30 Prozent der Schreiben stehen noch aus. Knapp über die Hälfte der Eigentümer haben sich zurückgemeldet - einige mit Korrekturen, andere mit Fragen.

Was sind die häufigsten Fragen?

Oft geht es um die Höhe des geplanten Entgelts. Doch genau diese Frage wird der ZWA erst zum Jahresende klären. Auch die Inhalte der Schreiben erscheinen nicht für jedermann verständlich. Oft fragen etwa ZWA-Kunden nach Möglichkeiten, Entgelt zu sparen. Wer zum Beispiel mit Zisternen das Regenwasser auffängt und seinen Garten damit bewässert, soll weniger an den ZWA zahlen. Wer aber Regentonnen nutzt, kann laut Dirk Kunze, kaufmännischer Geschäftsleiter des Verbandes, nicht mit Einsparungen beim Entgelt rechnen. Der Grund: Die Tonnen seien meist so gut gefüllt, dass sie bei Regen überlaufen und somit nicht zur Entlastung der Abwasserkanäle beitragen.

Mit welchen Problemen ist der ZWA konfrontiert?

Dazu gehören unklare Eigentumsverhältnisse bei Grundstücken. In einigen Fällen seien Mieter oder Pächter statt der Eigentümer angeschrieben worden. Hinzu kommen ehemalige Eigentümer, die ihre Grundstücke mittlerweile verkauft haben. In solchen Fällen muss der ZWA die tatsächlichen Besitzer ausfindig machen und erneut anschreiben. Einige Eigentümer hätten aufgrund der Anschreiben außerdem festgestellt, dass andere auf ihren Grundstücken gebaut haben. In solchen Fällen müsse grundsätzlich der Grundstücksbesitzer zahlen.

Lässt sich aufgrund der Antworten der ZWA-Kunden eine Prognose zur Entgelthöhe treffen?

Laut Kunze ist der ZWA noch mit dem Versand der Schreiben und der Bearbeitung der Antworten befasst. Erst wenn alle Briefe verschickt sind, werde man an die Auswertung der Rückläufe gehen. Eine Prognose sei daher noch nicht möglich.

Wie lange haben Eigentümer Zeit zu antworten?

Ursprünglich hatte der ZWA dafür einen Zeitraum von zwei Wochen vorgesehen. Weil viele Briefe in der Ferienzeit verschickt wurden, sei die Frist auf vier Wochen verlängert worden. Die Beantwortung nehme jedoch für Privatleute nicht viel Zeit in Anspruch, meint Kunze: "Wer ein Einfamilienhaus besitzt und sein Grundstück gut kennt, wird nicht länger als 15 Minuten brauchen." Eigentümer größerer Wohneinheiten, wie Wohnungsgesellschaften, können Zeit bis Oktober erhalten.

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