Wo in Rochlitz eine grüne Oase wachsen könnte

Im Stadtgebiet sind mehrere Bäume gefällt worden, zuletzt im Stadtpark. Das sorgte für Kritik. Nach einem Vorschlag der CDU-Fraktion könnte auf dem ehemaligen Hartplatz an der Hochuferstraße ein Stadtwald entstehen.

Rochlitz.

Zu einer "grünen Lunge" könnte bald die bislang ungenutzte Fläche des alten Bolzplatzes an der Hochuferstraße in Rochlitz werden. Das wünschen sich zumindest die CDU-Räte des Rochlitzer Stadtrats und legten bereits ein Konzept dafür vor.

"Die Themen Umwelt und Nachhaltigkeit sind parteiunabhängig und liegen uns als CDU-Fraktion schon lange am Herzen", erklärt Stadtrat Martin Grzelkowski. Auf der Suche nach einer geeigneten Fläche, an deren Begrünung man auch engagierte Bürger beteiligen will, habe sich der ehemalige Fußballplatz an der Mulde angeboten. Der Hartplatz auf dem rund 1,4 Hektar großen Areal wurde nach einer Überschwemmung im Jahr 2002 aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr instand gesetzt, die Fläche liegt brach. Dass in den vergangenen Monaten auch viele Bäume im Stadtgebiet gefällt worden seien, habe bei der Ideenfindung allerdings keine Rolle gespielt, so der Stadtrat.

Im Oktober wurden aus Sicherheitsgründen im Rochlitzer Stadtpark insgesamt 15 Bäume gefällt. Mehrere Birken und eine Lärche waren aufgrund der heißen Sommer 2018 und 2019 in schlechtem Zustand und drohten die Sicherheit von Passanten durch herabstürzende Äste zu gefährden, hieß es von der Stadtverwaltung.

Schon im Juli ließ die Stadt am Bahnhof ebenfalls zehn Linden fällen, um dort den Gehweg neu gestalten zu können. Die Wurzeln der Bäume, die auch in diesem Bereich von Umwelteinflüssen gezeichnet gewesen sein, haben zu nah an der Oberfläche gelegen und mussten während der Bauarbeiten entfernt werden, hieß es.

"Wir beschäftigen uns schon länger mit dem Gedanken, eine Erholungsfläche im Stadtgebiet zu schaffen", so Grzelkowski. "Die Initiative Stadtwald soll auch den verschiedenen Baumpflanzaktionen in Rochlitz zugute kommen."

So könne sich die Fraktion gut vorstellen, das Projekt mit dem Schülertag "Moro" zu verbinden. Während des Rochlitzer Schülerfestes hatten Kinder und Jugendliche in diesem Jahr mehrere Baumpflanzungen im Stadtgebiet initiiert. Auch eine Zusammenarbeit mit ortsansässigen Kindergärten sowie den Anwohnern rund um die Bahnhofsstraße und Friedenseck sei angedacht, teilte der Stadtrat mit. "Die Anwohner könnten sich beispielsweise mit Baumpatenschaften an der Aufforstung beteiligen", so Grzelkowski.

Die ersten Schritte für eine mögliche Aufforstung des Areals hat die Stadt Rochlitz inzwischen in die Wege geleitet, wie Oberbürgermeister Frank Dehne (parteilos) mitteilte. "Einen entsprechenden Genehmigungsantrag haben wir gerade beim Landratsamt gestellt. Aber erst, sobald wir eine Auskunft von den zuständigen Behörden haben, können wir ein konkretes Konzept für die Fläche entwickeln", so Dehne.

Weil der Platz schon mehrmals überschwemmt wurde, müsse geprüft werden, welche Bäume sich an der Stelle eignen. Ein Auwald könne beispielsweise die Anforderungen erfüllen, so das Stadtoberhaupt weiter. Zudem seien diese Wälder in der Region selten geworden. Dazu habe sich die Stadt bereits von dem zuständigen Revierförster beraten lassen.

Die Idee eines Stadtwaldes begrüßt der Oberbürgermeister in jedem Fall. "Wir freuen uns über solche Initiativen und versuchen sie im Rahmen unserer Möglichkeiten zu unterstützen", so Dehne.

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