Zukunft des Jugendclubs bleibt offen

Beim ersten Geringswalder Jugendstammtisch ging es nicht nur um den Bolzplatz. Ein großes Thema war auch der geschlossene Freizeittreff. Lohnt sich eine Neubelebung?

Geringswalde.

Braucht Geringswalde einen Jugendfreizeittreff? Oder wird etwa eine Debatte heraufbeschworen, die in dem kleinen 4200-Seelen-Ort nur ein Thema am Rande ist? Beim ersten Jugendstammtisch, der am vergangenen Samstag am Bolzplatz über die Bühne ging, blieben die Meinungen geteilt.

So empfindet Felix Wermann als Teilnehmer in der Runde den geschlossenen Club an der Erich-Zeigner-Straße als Manko. "Derzeit treffen sich etwa zwölf Leute bei mir in der Wohnung. Das allerdings ist keine Lösung für die Zukunft."

Sven Bauer, neben Wermann einer der Sprecher der Gruppe, sah die Problematik ähnlich. "Vor allem in den Schulferien wäre es wichtig, dass Kinder und Jugendliche einen festen Treffpunkt haben, und das nicht unbedingt unter freiem Himmel."

Eine junge Frau, die den Termin für den Stammtisch wahrgenommen hatte, versprach sich von einem wiedereröffneten Treffpunkt eine Entlastung für den Hort. Sie könne sich eine Umfrage unter Eltern vorstellen, die Kinder in dem betreffenden Alter haben. "Die damalige Clubchefin Ines Herzog hatte Programme angeboten, die bei den Besuchern richtig gut ankamen." Sie erinnerte an den vagen Plan, Linke-Stadträtin Heike Loewe in das Geschehen einzubinden. Loewe wäre bereit, Verantwortung zu übernehmen, zumal die Geringswalderin bereits ehrenamtlich im Club gearbeitet hatte. "Kinder und Jugendliche schätzen es durchaus, gerade außerhalb der Familie und auf neutralem Boden einen Ansprechpartner zu haben", so Heike Loewes Erfahrung.

Bürgermeister Thomas Arnold hat Zweifel, ob sich der Club neu beleben lässt. "Zum einen steht die Frage des Fachpersonals. Daran ist der Träger schon 2016 gescheitert." Er habe sich vor der Schließung mit dem damaligen Sozialarbeiter unterhalten. Der habe Mühe gehabt, Kinder und Jugendliche für die Einrichtung zu gewinnen.

Sollte der Jugendclub kommunal geführt werden, müsste neben der finanziellen Absicherung ein Clubrat benannt werden. Ein Mitglied davon sollte über die sogenannte Jugendleiter-Card verfügen, die vom Kreisjugendring Mittelsachsen mit der damit verbundenen Qualifizierung angeboten wird.

In den vergangenen Jahren musste der Verein "Muldentaler Jugendhäuser" als Träger der Einrichtung mehrere Rückschläge hinnehmen. Im November 2010 verabschiedete sich Ines Herzog als langjährige Leiterin. Damals gelang mit Sozialarbeiterin Peggy Erler ein nahtloser Übergang im Geringswalder Club. Ende 2012 übernahm dann Andreas Woidschützke die kommissarische Leitung.

Ab April 2013 lenkte Martina Scheithauer gemeinsam mit dem für Rochlitz zuständigen Sozialarbeiter Marcel Berger die Geschicke an der Erich-Zeigner-Straße. Indes währte die Freude über die Besetzung des Chefpostens nicht lange: im März 2014 flatterte den Muldentalern die Kündigung auf den Tisch.

Mit Nico Lang zog im Oktober 2015 neues Leben in der Freizeiteinrichtung ein. Nach nur neun Monaten als Chef des Treffs verabschiedete sich Lang im Juni 2016 aus der Einrichtung und suchte eine neue berufliche Herausforderung.

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