ZWA: Vertreter streiten um Spendengeld

Statt der Rochlitzer Feuerwehr profitiert nun Kreisfeuerwehrverband

Frankenberg/Rochlitz.

Misstöne in einer sonst von Eintracht geprägten Verbandsversammlung des Wasser- und Abwasserzweckverbands ZWA. Als es jetzt in Frankenberg um eingeworbene Spenden und deren Verteilung an Organisationen und Vereine aus der Region zwischen Drebach im Süden und Colditz im Norden ging, entzündete sich ein Wortgefecht. "Das ärgert mich", sagte der Lunzenauer Bürgermeister Ronny Hofmann (CDU) über den Vorschlag der Verbandsspitze. In Zukunft muss die Entscheidung anders fallen, wie der Striegistaler Gemeindechef Bernd Wagner deutlich machte. "Wir sollten dem einen Riegel vorschieben", sagte der Parteilose.

Stein des Anstoßes: Auch die Rochlitzer Feuerwehr sollte von der Spendensumme - bisher sind etwa 10.000 Euro auf dem Konto des ZWA eingegangen - 7,5 Prozent erhalten, also aktuell gut 750 Euro. Die Truppe feiert 2020 ihr 150-jähriges Bestehen und hatte jüngst laut Technikchef Ulrich Pötzsch ein "schön formuliertes Schreiben" mit der Bitte um eine Spende an den Zweckverband geschickt. Und so landeten die Rochlitzer auf einer Liste mit fünf anderen Gruppierungen, an die das Geld überwiesen werden sollte. Dass der Mittelsächsische Kultursommer mehr als die Hälfte bekommt, war genauso unstrittig wie die 17 Prozent, die an die Mittweidaer Tafel gehen. Auch die Rochlitzer Diakonie, das Oederaner Hospiz und das Sächsische Blechbläser Consort aus Frankenberg dürfen sich über je 7,5 Prozent der Spendensumme freuen.

Doch warum stieß die Rochlitzer Wehr auf so viel Vorbehalte? Bisher sind nach den Worten von ZWA-Verbandschef Thomas Eulenberger immer Verbände und Vereine unterstützt worden, die über Gemeindegrenzen hinweg wirken und eine breite Bevölkerungsschicht erreichen. Das brachte auch der Kompromiss des Amtsberger Bürgermeisters Sylvio Krause (CDU) auf den Punkt. Das Geld solle statt an die Rochlitzer Wehr an den Kreisfeuerwehrverband überwiesen werden. Damit konnten sich die Verbandsvertreter anfreunden und fällten einen entsprechenden Beschluss. Und um derartige Streitfälle künftig zu vermeiden, wird die Liste fortan hinter verschlossenen Türen aufgestellt - und zwar im Verwaltungsrat, wie Hofmann das zuvor gefordert hatte.

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