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„Mörderischer Sommer“: So ätzt Jörg Kachelmann nach dem Blitzeinschlag von Dresden

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Nachdem am Elbufer ein Blitz einschlug, hat sich Ex-MDR-Moderator Jörg Kachelmann (65) deutlich zu Wort gemeldet. Von seinem „Riverboat“-Charme war da wenig zu spüren. Derweil ist die Gefahr nicht gebannt - die nächsten Gewitter stehen ins Haus.

Dresden.

Während eines Gewitters war am Montagabend gegen 17 Uhr ein Blitz am Carusufer in Dresden eingeschlagen – nahe dem Rosengarten. Dabei wurden insgesamt zehn Menschen - drei Frauen und sieben Männer - im Alter von 26 bis 41 Jahren teils schwer verletzt.

Vier von ihnen so schwer, dass sie in Lebensgefahr schwebten. Zwei Männer (27, 30) mussten nach einem Herzstillstand wiederbelebt werden.

Vor dem Unglück hatte der Deutsche Wetterdienst in Leipzig am frühen Montagabend vor starken Gewittern in Teilen Sachsens gewarnt – in Dresden etwa bestand Gewittergefahr der Stufe zwei von vier.

Während die Polizei ermittelt, wie es zu dem Unglück am Elbufer kommen konnte, meldete sich Wetterexperte und Ex-„Riverboat“-Moderator Jörg Kachelmann im Netz zu Wort. Während er in der MDR-Show stets seinen Charme spielen ließ, ging er in mehreren Postings auf X gewohnt hemdsärmelig zur Sache.

„Die im Sommer bei Gewittern tägliche Katastrophe, weil Kartoffels (Kachelmann bezeichnet Deutsche meist nur als „Kartoffeln“ in seinen Postings, Anm. d. Red.) aus dem Land des institutionalisierten Inshallah einfach nicht schaffen, sich rechtzeitig in Sicherheit zu bringen und lieber ‚überrascht‘ werden“, ätzt er angesichts des Blitzeinschlags.

Und weiter: „Weil es offenbar heute nicht mehr reicht, dass es pechschwarz am Himmel wird und man erst in der Lage ist, etwas zu tun, wenn es laut donnert: Der erste nahe Blitz passierte 16.55 Uhr – sieben Minuten vor dem eigentlichen Ereignis.“

Darum gab es in Dresden keine Toten

Dass Menschen dann noch im Freien waren, mache den 65-Jährigen völlig ratlos. „Wer auf Autobahnen 200 fährt und bei Pandemien ungeimpft und ohne Maske sein will, möchte sicher auch dem Blitz zeigen, was ein starker Doitscher ist“, notiert er.

In einem weiteren Posting setzte er nach. Dass es in Dresden keine Toten gab, habe nur daran gelegen, „dass es ein relativ schlapper Blitz war“. Der Wetterfrosch orakelt: „Es wird ein mörderischer Sommer, wenn das Kartoffelkollektiv generell verlernt hat, was man tun muss, wenn Gewitterwolken aufziehen.“ Kachelmann fordert ironisch entsprechende Seminare auf YouTube und TikTok.

In den Kommentaren fiel das Echo auf Kachelmann wie üblich sehr breit gefächert aus. Während ihm einige User zustimmten, was das fehlende Risikobewusstein vieler Leute bei heraufziehenden Gewittern anbelangt, gab eine Userin zu bedenken: „Naja, ich war zu der Zeit dort auch unterwegs und stand unter einer Brücke, hatte die Gefahr tatsächlich einfach nicht so richtig auf dem Schirm. Es hat halt anfangs nur stark geregnet. Und in dem Gebiet gibt es nichts, wo man einfach so mal schnell ‚rein gehen‘ kann.“

Einige User reagieren mit Ironie, andere stört Kachelmanns Wortwahl

Andere Nutzer reagierten mit Ironie, zum Beispiel: „In Deutschland werden bei Gewitter Buchen gesucht. Weil Autos und Gebäude in keinem Sprichwort vorkommen.“, „Der Blitz ist eine Erfindung der Eliten und Gates und überhaupt!!!1!1!!1“ oder „Ein gesunden Immunsystem kann einen Blitz vertragen“.

Andere störten sich an Kachelmanns Wortwahl. „Hahahaha da sind fast Menschen gestorben und stellt Euch vor es waren KARTOFFELS hahahah versteht Ihr?“, notierte ein User. Ein anderer wandte sich an den Wetterexperten: „Sie mit Ihrem Kartoffelselbsthass. Denn Sie sind doch selber eine, auch wenn Sie sich noch so als Rösti gerieren.“

Derweil ging am Dienstag das Bangen um die vier lebensgefährlich Verletzten weiter. Neue Erkenntnisse zum Gesundheitszustand lagen am Morgen noch nicht vor.

Neue Gewitter am Dienstag und Mittwoch

Die Unwettergefahr ist übrigens keineswegs gebannt, wie Meteorologe Dominik Jung meldet. Am heutigen Dienstag gebe es laut Jung bereits Vorwarnungen von Nordrhein-Westfalen bis nach Bayern. „Es kommt zu schweren Gewittern mit Starkregen und Sturzflutgefahr. Immer wieder bilden sich Gewitter, die kaum von Ort und Stelle vorankommen“, so der Experte. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor Unwetter.

Nach Angaben des DWD bleibt auch Sachsen nicht von Gewittern verschont. Ab dem Nachmittag ziehen von Süden her Gewitter mit Starkregen auf. Dann stehen laut DWD Regenmengen von um die 20 Liter pro Quadratmeter innerhalb kurzer Zeit ins Haus. Auch heftiger Starkregen mit um die 30 Liter pro Quadratmeter werde nicht ausgeschlossen. Örtlich seien zudem Hagel sowie Sturmböen möglich. Schon ab Mittwochnachmittag drohen im Westen erneut Gewitter.

Wetter-Experte Jung prognostiziert in den kommenden zwei Wochen immer wieder Gewitter mit Starkregen und Überschwemmungen in Deutschland. Er warnt: „Aus dieser Nummer kommen wir so schnell auch nicht mehr raus. Bis in den Juni hinein könnte es immer wieder sehr nass werden.“ Jung spricht von 50 bis 100 Litern Regen, die bei langsam ziehenden Schauern und Gewittern möglich seien. „Es entstehen schwere Schäden und es besteht bei Sturzfluten Lebensgefahr“, so der Wetter-Experte. Er rät: „Bleiben Sie aus dem Keller, verlassen Sie Kellerwohnungen. Diese können zur tödlichen Falle werden.“phy (mit dpa)

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