Auf einem weiteren Abschnitt der A 72 rollt jetzt der Verkehr

Von Leipzig nach Chemnitz geht es mit dem Auto nun schneller voran: Zwischen Rötha und Borna ist die Autobahn fertig. Bis die letzte Lücke geschlossen ist, dauert es noch.

Rötha.

Nach fast vier Jahren Bauzeit ist der vorletzte Neubauabschnitt auf der A72 zwischen Leipzig und Chemnitz fertiggestellt - zumindest in einer Richtung. Das 9,5-Kilometer-Teilstück von Rötha nach Borna wurde am Freitag freigegeben. In der Gegenrichtung - nach Leipzig - soll dies Ende September erfolgen. Damit stehen dann 55 Kilometer Neubaustrecke zwischen Chemnitz und der A38 bei Leipzig für den Verkehr zur Verfügung.
Auf dem Abschnitt mussten elf Brücken, vier Regenrückhaltebecken und Lärmschutzwände sowie -wälle errichtet werden, außerdem drei Anschlussstellen. Im September soll noch ein Parkplatz mit WC ("Hainer See") in Betrieb genommen werden. Die Kosten belaufen sich laut sächsischem Verkehrsministerium auf 144 Millionen Euro, mit 111 Millionen Euro trägt den Großteil der Bund. Nach der kompletten Inbetriebnahme des Abschnittes soll die vierstreifige Bundesstraße 95 binnen eines Jahres auf zwei Fahrstreifen und einen begleitenden Radweg zurückgebaut werden. Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) sprach bei der Eröffnung von "der größten und teuersten Straßenbaumaßnahme im Freistaat".

Wegen des schwierigen Baugrunds durch ehemalige Tagebaugebiete seien umfangreiche Bodenverbesserungsmaßnahmen nötig gewesen, hieß es. Mit Blick auf die 2017 abgesackte Fahrbahn der A20 in Mecklenburg-Vorpommern warb Dulig daher um Verständnis, dass der Bau länger dauere als einst geplant. "Sicherheit geht vor", so Dulig. Nach den anfänglichen Planungen sollte die Autobahnlücke zwischen Chemnitz und Leipzig bereits 2006 geschlossen sein. Dies sei aber immer politische Träumerei gewesen, die nicht fachlich untersetzt gewesen sei, sagte Gerald Lehne, Beigeordneter des Landkreises Leipzig. Das Vorhaben sei kompliziert.

Das gilt im besonderen Maße für den letzten Bauabschnitt zwischen Rötha und der A38. Die Strecke verlaufe zu über 80 Prozent auf einstigem Tagebaugelände, auf dem die bis zu 70 Meter tiefen Gruben nur zugeschüttet wurden, ohne das Material zu verdichten. Das muss nun geschehen. Die Bauarbeiten auf den reichlich sieben Kilometern sollen bis Ende 2026 dauern und 238 Millionen Euro kosten.

Nach Ansicht von Marco Wanderwitz (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesinnenministerium, muss die A72 an anderer Stelle in absehbarer Zeit ausgebaut werden. Der Abschnitt Chemnitz-Zwickau gerate zunehmend an seine Kapazitätsgrenzen. Hier müsse mittelfristig ein Ausbau auf jeweils drei Fahrspuren erfolgen. Planungen dazu gebe es noch nicht. "Wir reden hier sicher über ein Jahrzehnt, was noch vergehen wird."

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2Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 9
    1
    sunhiller
    03.08.2019

    @franzudo2013...

    Ich dachte immer: fertig zur Heim WM 2006 !!!

  • 7
    8
    franzudo2013
    02.08.2019

    Gut hinbekommen vor der Wahl. Die Autobahn sollte 2012 zur Olympiade in Leipzig fertig sein. Ohne Herrn Morlock wäre selbst heute noch nichts fertig. Heuchler bis zum Horizont.



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