Brandanschlag auf Polizeiwagen: Politische Motive vermutet

Die Lage ist nach zwei Sprengstoffanschlägen und einer Bombenattrappe in Dresden angespannt. In der Nacht brennen drei abgeparkte Polizeifahrzeuge. Gibt es einen Zusammenhang mit der Einheitsfeier?

Dresden (dpa) - Unbekannte haben in der Nacht zum Sonntag in Dresden drei Einsatzfahrzeuge der Polizei angezündet. Verletzt wurde nach Behördenangaben niemand, es entstand ein Sachschaden von mehreren zehntausend Euro. Die Ermittler gehen von einer politischen motivierten Tat aus und sehen einen Zusammenhang mit den Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit in der Stadt. Ein Bekennerschreiben liege bislang nicht vor, hieß es am Sonntag. Die Autos waren auf einem Parkplatz im Norden der Stadt abgestellt, im Szeneviertel Dresden-Neustadt. Kurz nach Mitternacht wurde die Rettungsleitstelle über den Brand informiert.

Alle drei Polizeifahrzeuge sind den Angaben zufolge nicht mehr einsatzbereit. Der größte Schaden entstand an einem Wagen der sächsischen Bereitschaftspolizei, dessen Motorraum vollständig ausbrannte. Nach zwei Sprengstoffanschlägen und einer Bombenattrappe in der Stadt ist die Polizei seit Tagen in Alarmbereitschaft, die Lage angespannt.

Etwa 2,5 Kilometer entfernt vom Tatort hatten Unbekannte in der Nacht unter anderem den Schriftzug «ganz Dresden hasst die Polizei» an eine Hauswand gesprüht. Ein 20-jähriger Dresdner wurde unter Tatverdacht festgenommen. Weil die Polizei in beiden Fällen das Ziel sei, werde nun ein möglicher Zusammenhang geprüft, erklärte ein Sprecher.

Die zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit in Dresden hatten am Samstag mit einem großen Bürgerfest begonnen. Bis zum Montag wird mit rund 750 000 Besuchern gerechnet. Die Polizei ist mit rund 2600 Beamten im Einsatz. Am Montag, dem eigentlichen Feiertag, werden auch Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Dresden erwartet.

Am Sonntagvormittag öffnet der Sächsische Landtag seine Türen für die Bürger, bei schönem Wetter soll am Nachmittag im Dresdner Zwinger eine 100 Meter lange Kaffeetafel für rund 300 Menschen im Ehrenamt aus ganz Deutschland aufgebaut werden. Am Abend wird die Altstadt für eine Inszenierung in buntes Licht getaucht.

Ein linkes Bündnis hat für den Nachmittag (16.00 Uhr) zu einer Demonstration gegen die Feierlichkeiten aufgerufen. Die Route verläuft jedoch in einiger Entfernung zum Bürgerfest in der barocken Altstadt.

Noch vor Beginn der Feierlichkeiten wurde am Samstagmorgen ein Mann vorübergehend in Gewahrsam genommen, der vermummt und mit einer Eisenstange in der Hand auf dem Altmarkt unterwegs war. Der 33-Jährige stand unter dem Einfluss von Drogen, so ein Polizeisprecher.

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3Kommentare
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  • 1
    0
    Interessierte
    02.10.2016

    Schriftzug «ganz Dresden hasst die Polizei»

  • 4
    1
    Interessierte
    02.10.2016

    Schriftzug «ganz Dresden hasst die Polizei»
    Das ist nicht die feine englische Art ?.

    Aber was macht man denn , wenn man diesen Staat , so wie er ist , nicht mag und alles , was bisher an Demos etc. gelaufen ist , nieder geredet und abgwertet und abgewinkt wurde und man als Pack und Mischpoke hingestellt und in die rechte Ecke gestellt und als neuer Nazi abgestempelt wurde ...

    Ich bin auch nicht für diesen Staat , wie man ihn kennengelernt hat und wie er sich in den letzten 26 Jahren entwickelt hat und ich mag auch die zwischenzeitlich kennengelernten soooo charmanten Menschen nicht , lege aber keine Bomben

    Aber was kann man denn machen , um begreiflich zu machen , das wir Ostdeutschen dass , so wie es sich alles entwickelt hat , nicht wollen und wir uns auch nichts von den arroganten , streitsüchtigen und rechthaberischen Westlern aufzwingen und einreden lassen wollen und wir Ostdeutschen ein anderes Leben leben wollen ... ???

    Wir Ostdeutschen haben ja niemanden , der für uns spricht und uns unterstützt ; und jeder , der es versucht , der wir abgewertet und abgestempelt und zusammen mit Pegida&AfD auch in die rechte Nazi-Ecke gestellt .....

  • 11
    1
    voigtsberger
    02.10.2016

    Nennt doch endlich Ross und Reiter, es war ein linksextremistischer Anschlag auf Polizeiautos und das ist nichts anderes, als wenn ein nicht bezogenes Asylbewerberheim in Brand gesetzt wird, den auch in Polizeiautos befinden sich Menschen, wenn diese genutzt werden und ist nichts anderes und genau so zu verurteilen. Also sagt doch, ein vermutlich linker Terrorakt gegen Polizisten und dem Staat und sonst gar nichts!



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