Gysi würdigt historische Leistung der Ostdeutschen

Leipzig (dpa) - Der Linken-Politiker und letzte Vorsitzende der SED, Gregor Gysi, hat mit Blick auf die Friedliche Revolution die historische Leistung der Ostdeutschen gewürdigt. Ihre Verdienste müssten «endlich angemessen gewürdigt werden», sagte er am Mittwoch bei einem ausverkauften Gedenkkonzert der Leipziger Philharmoniker in der Leipziger Peterskirche - 30 Jahre nach der Großdemonstration von Leipzig. Sowohl der Verzicht der Sicherheitskräfte auf Gewalt als auch die Friedfertigkeit der Demonstranten habe dazu beigetragen, dass der Umbruch friedlich verlief, sagte Gysi.

Der Auftritt Gysis wurde im Vorfeld kontrovers diskutiert. Bürgerrechtler hatten in einem offenen Brief heftig dagegen protestiert. Gysi habe als letzter SED-Chef versucht, die Revolution und die Deutsche Einheit zu verhindern. «Ich denke, die Demonstrierenden vom 9. Oktober 1989 setzten sich auch gegen eine Zensur ein und nicht für eine Beschränkung des Rederechts für bestimmte Personen», sagte der Linken-Politiker in seiner Rede.

Seit 2014 führt die Philharmonie Leipzig die 9. Sinfonie von Beethoven in Gedenken an die Großdemonstration in Leipzig am 9. Oktober 1989 auf.

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