Haftstrafe für Ex-Gefängniswärter wegen Schmuggels

Dresden (dpa/sn) - Wegen Bestechlichkeit in 44 Fällen ist ein suspendierter Justizvollzugbediensteter am Donnerstag im Dresdner Landgericht zu zwei Jahren und sechs Monaten Freiheitsstrafe verurteilt worden. Der 52-Jährige hatte im Prozess gestanden, von 2012 bis 2015 für zwei Häftlinge Handys und Alkohol ins Gefängnis geschmuggelt und dafür Geld kassiert zu haben. Er habe genau gewusst, dass es verboten ist, so die Richter. Auch die beiden zunächst entlassenen und nun wegen anderer Straftaten wieder inhaftierten Mitangeklagten hatten die Vorwürfe vor Gericht eingeräumt. Einer von ihnen bekam wegen Bestechung und Beihilfe zur Bestechlichkeit ein Jahr und drei Monate, der andere drei Jahre und neun Monate - in Summe mit einer anderen Verurteilung. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

Der Gefängniswärter hatte seine Stellung und damit das Privileg ausgenutzt, nicht kontrolliert zu werden. "Er hat genau gewusst, dass es verboten war, Alkohol zu schmuggeln", sagte der Vorsitzende Richter. Der Mann hatte Schnaps gekauft und in mindestens 18 Limonade-Flaschen mit hinter Gitter genommen sowie Mobiltelefone in der Brusttasche seines Uniformhemdes eingeschleust, die teils von den Häftlingen online bestellt und an seine Privatadresse geliefert worden waren. Damit wurden laut Staatsanwaltschaft auch Straftaten wie ein Mordauftrag begangen. Dazu laufen noch Ermittlungsverfahren.

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