Kretschmer plädiert erneut für Abbau der Russland-Sanktionen

Berlin/Dresden (dpa) - Aktuelle Zahlen zu Folgen der Russland- Sanktionen haben Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer in seiner Haltung bestätigt: Am Mittwoch plädierte er erneut für einen Abbau der Strafmaßnahmen. «Die Lösung des Ukraine-Konflikts ist wichtig und wir müssen dafür alles tun; die Sanktionen haben uns da aber keinen Schritt weitergebracht», sagte Kretschmer der Deutschen Presse-Agentur in Dresden. «Wir haben wirtschaftliche Interessen und eine enge kulturelle Verbindung. Es ist wichtig, dass die ostdeutschen Ministerpräsidenten ihre Meinung klar und deutlich zum Ausdruck bringen. Es gibt hier Meinungsverschiedenheiten.»

Kretschmer zufolge setzen die ostdeutschen Länder auf eine enge Zusammenarbeit mit Russland. «Daran führt kein Weg vorbei. Richtig war, dass Russland sein Stimmrecht im Europarat zurück erhalten hat und Deutschland den Bau der Erdgasleitung Nordstream II forciert. Als nächstes muss der Abbau der Sanktionen erfolgen.»

Aus einer aktuellen Aufstellung des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft geht hervor, dass fünf Jahre Russland-Sanktionen der Wirtschaft in Ostdeutschland deutlich mehr geschadet haben als den Unternehmen im Westen. Demnach ging der ostdeutsche Handel (ohne Berlin) mit Russland von 2013 bis 2018 im Schnitt um fast 29 Prozent zurück. Im Westen waren es nur 17 Prozent. Am stärksten war der Rückgang in Sachsen mit etwa 72 Prozent.

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