Polizistenausbildung in Sachsen bald unter einem Dach

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Rothenburg (dpa/sn) - Die Hochschule der Sächsischen Polizei in Rothenburg im Landkreis Görlitz soll künftig für die gesamte Polizistenausbildung im Freistaat verantwortlich sein. Im Zuge der 2019 initiierten Reform werden ab dem zweiten Halbjahr dort neben dem Studium auch die an anderen Standorten laufende Fort- und Ausbildung geführt. Die Lehranstalt habe Zukunft in der Region, «wir wollen sie hier stärken, baulich und finanziell», sagte Ministerpräsident Michael Kretschmer bei einem Arbeitsbesuch am Freitag mit Innenminister Roland Wöller (beide CDU).

Die Bedeutung von Bildung und Ausbildung dürfe nicht unterschätzt werden, daher werde sie gebündelt und «in die Mitte der Polizei» geholt, sagte Wöller. Die Arbeit als Dozent und in der angewandten Sicherheitsforschung sei «genauso wichtig wie die professionelle Polizeiarbeit in der Schutz-, Kriminal- oder Verkehrspolizei».

«Wir erweitern unser Portfolio», sagte ein Sprecher der Fachhochschule mit aktuell rund 600 Studenten an der Grenze zu Polen. Mit der noch ausstehenden Verabschiedung des neuen Polizeihochschulgesetzes durch den Landtag ist sie dann auch für die drei Fachschulen in Leipzig, Chemnitz und Schneeberg und die Fortbildung in Bautzen zuständig.

Im Herbst 2018 war die Hochschule der Sächsischen Polizei wegen Betrugsvorwürfen im Zusammenhang mit Prüfungen in die Schlagzeilen geraten. Ein Mitarbeiter hatte Unterlagen an einen Studenten weitergegeben, der sie bei einem Cloud-Anbieter hochlud, sodass sie im Internet abrufbar waren. Eine vom Innenministerium eingesetzte Kommission hatte danach die Polizistenausbildung überprüft und die Bündelung in einer Hand empfohlen.

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