Teilöffnung im Corona-Lockdown: 50.000 Schüler in Sachsen kehren zurück an die Schulen

Für Abschlussklassen startet am Montag wieder der Präsenzunterricht. Lehrer und Schüler können sich freiwillig auf das Virus testen lassen. Kritik kommt vom Lehrerverband.

Dresden.

Schüler, bei denen demnächst Prüfungen anstehen, beginnen am Montag als erste in Sachsen mit dem Unterricht. Unter anderem dürfen Zehntklässler an den Oberschulen wieder in die Schulen, die Klassenstufe 12 bei den Fachoberschulen, bei den Gymnasien sind es die 11. und 12. Klassen. Die Abschlussklassen an den Berufsschulen müssen vorerst weiter zu Hause lernen. Unterrichtet werden soll in geteilten Gruppen und mit genügend Abstand - wo dieser nicht gewahrt werden kann, gilt eine Maskenpflicht. Insgesamt kehren mit den Abschlussklassen rund 50.800 Schüler in die Schulen zurück - trotz einer weiterhin angespannten Corona-Situation im Freistaat.

Die Lehrer im Freistaat sehen die Teilöffnung mit Sorge. "Das Pandemiegeschehen und die hohen Infektionszahlen lassen einen Präsenzunterricht nicht zu", sagte der Vorsitzende des sächsischen Lehrerverbandes, Jens Weichelt. "Die Öffnung kommt zu früh." In der Lehrerschaft gebe es ein geteiltes Echo, so Weichelt. Während manche um ihre Gesundheit fürchteten, begrüßten andere die Möglichkeit, die Schüler auf anstehende Prüfungen vorzubereiten. Auch die Gewerkschaft GEW hatte die Teilöffnung der Schulen bereits im Vorfeld als "fahrlässig" und "verantwortungslos" kritisiert.

 

Um das Risiko zu minimieren, können sich Lehrer und Schüler zu Beginn der Woche freiwillig und kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Das wird in vom Kultusministerium ausgewiesenen rund 100 Testschulen stattfinden.

Nach Einschätzung des Lehrerverbandes wollen sich längst nicht alle Schüler testen lassen. "Wir gehen davon aus, dass weniger als die Hälfte mitmacht", so Weichelt. Nach Angaben des Kultusministeriums hatten sich bis Freitagmorgen etwa 35 Prozent der Schüler für einen solchen Test angemeldet, für den Vogtlandkreis meldete der Rettungszweckverband Südwestsachsen lediglich 25 Prozent Impfbereitschaft, für den Erzgebirgskreis nannte das Landesamt für Schule und Bildung die Zahl von 50 Prozent. (dpa/fp)

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55 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 6
    0
    Jeremias
    18.01.2021

    Was bringt es denn wenn sich nicht einmal die Hälfte aller Schüler testen lässt? Kommt mir etwas wie Augenwischerei vor. Da sitzen bei einer geteilten Klasse sagen wir mal 12 Schüler auf engem Raum zusammen, ohne Maske. Das sollten dann die 12 mal im Freien bringen... das wird ne teure Sache.

  • 13
    0
    1970449
    17.01.2021

    Für das Konzept, die Schüler in Bussen zu zentralen Corona-Testschulen fahren zu lassen, hat Alexander Kekulé in seinem Podcast vom 15.01. dem Kultusministerium Sachsen den Titel "Coronald der Woche" verliehen. Ich denke, Piwarz & Coll. haben sich das auch redlich verdient.

  • 7
    2
    Fresto
    17.01.2021

    Schüler, die sich testen lassen wollen, müssen eine Stunde früher in der Schule sein. Ein Schelm wer böses dabei denkt.
    Was freiwillige Tests dabei minimieren sollen ist mir schleierhaft. In Thüringen sind die Tests Pflicht. Aber Sachsen versucht wohl wieder, die Spitzenreiterrolle zu erlangen.

  • 43
    0
    Schnorchel508
    17.01.2021

    "Um das Risiko zu minimieren, können sich Lehrer und Schüler zu Beginn der Woche freiwillig und kostenlos auf das Coronavirus testen lassen."

    Das müsste mir jemand erläutern...Wenn diese Tests täglich stattfinden würden und zwar für alle bevor das Schulgebäude betreten wird, wäre mir der Begriff "minimieren" verständlich und auch gerechtfertigt.

  • 35
    0
    1212178
    17.01.2021

    Wenn zum Test mit ÖPNV gefahren werden soll verstehe ich die Zurückhaltung.