Trotz gestoppter Abwanderung verliert Sachsen an Einwohnern

Flüchtlinge ließen 2015 die Bevölkerungszahlen im Freistaat stark anwachsen. Damit ist längst wieder Schluss - obwohl erstmals flächendeckend mehr Zu- als Wegzüge registriert wurden.

Chemnitz.

Erstmals seit 1990 verzeichnet Sachsen flächendeckend mehr Zu- als Wegzüge. Das geht aus neuesten Daten des Statistischen Landesamtes zur Bevölkerungsentwicklung der ersten drei Quartale 2018 hervor. Der positive Wanderungssaldo von insgesamt 12.081 Menschen fängt den Rückgang bei den Einwohnerzahlen aber nicht komplett auf. Grund: Bis 30. September 2018 sind im Freistaat mit 15.639 auch mehr Menschen gestorben, als neue Kinder das Licht der Welt erblickten.

Damit wohnten im Freistaat zum Stichtag 30. September 2018 genau 4.076.957 Menschen. Zum Jahresende 2017 waren es 4.081.308 gewesen. Sachsen verliert seit 1990 kontinuierlich Einwohner. Zur Wiedervereinigung lebten zwischen Plauen und Görlitz noch 4,7 Millionen Menschen. Einen zwischenzeitlichen Anstieg gab es nur 2014 und 2015. Damals kamen viele Flüchtlinge nach Deutschland. Innerhalb von zwei Jahren stieg Sachsens Einwohnerzahl um rund 30.000 auf 4.084.851. Seit 2016 weist der Trend wieder leicht nach unten.

Allerdings ist die Entwicklung regional verschieden. Die höchsten Verluste muss Südwestsachsen verkraften. Zwar ließen sich bis 30. September 2018 überall mehr Menschen neu nieder, als den jeweiligen Kreisen den Rücken kehrten. Zwickau kommt auf ein Wanderungsplus von 454 Einwohnern, das Vogtland auf 408, Mittelsachsen auf 375, und der Erzgebirgskreis auf 50. Gleichzeitig verzeichnete Zwickau aber 2254 Todesfälle mehr als Geburten, das Vogtland 1604, Mittelsachsen 1847 und der Erzgebirgskreis 2005. Folge für alle unterm Strich: Bevölkerungsrückgänge zwischen 0,5 und 0,6 Prozent.

Auf ein leichtes Plus kommt Chemnitz, da der positive Wanderungssaldo (plus 1232 Einwohner) die negative Entwicklung bei Todesfällen und Geburten (minus 877) überragt. Aus gleichem Grund legten auch Nordsachsen und der Kreis Sächsische Schweiz/Osterzgebirge minimal zu. Einzig die Städte Dresden und Leipzig registrierten sowohl beim Wanderungssaldo als auch bei der Differenz Geburten/Todesfälle einen Einwohnerzuwachs.

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