Zu Unrecht abgeschobene Familie kehrt nach Görlitz zurück

Dresden (dpa/sn) - Eine zu Unrecht aus Sachsen abgeschobene syrische Familie ist zurück in Deutschland. Wie ihr Betreuer Habib Acam der Deutschen Presse-Agentur in Dresden mitteilte, landeten die Flüchtlinge am Donnerstag in München und wollten noch am selben Tag nach Görlitz weiterreisen. Die Familie mit drei Kindern habe nach ihrer Abschiebung unter unwürdigen Bedingungen in Rumänien gelebt. Zunächst habe sie tagelang in einem Park kampieren müssen und sei anschließend in einer Garage ohne fließend Wasser und Toilette untergekommen. Die Abschiebung erfolgte am 6. September. Am 9. Oktober ordnete das Verwaltungsgericht Dresden die Rückholung an.

Der Verein Pro Asyl und der Sächsische Flüchtlingsrat hatten auf den Fall aufmerksam gemacht. Die Familie hatte gegen ihre Abschiebung aus Deutschland Klage eingereicht und somit eine aufschiebende Wirkung erzielt. Das bedeutet eigentlich, dass nicht abgeschoben werden darf, so lange das Verfahren läuft. Nach Angaben des sächsischen Innenministeriums hatte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) aber eine fehlerhafte Information an die Behörden weitergegeben.

Da das BAMF nicht zum ersten Mal Abschiebungen ohne Grundlage veranlasst habe, müssten Anwälte und Nichtregierungsorganisationen weiterhin aufmerksam bei den Bescheiden sein, kommentierte Pro Asyl den Fall. «Der Fahrlässigkeit der überfordernden Bundesbehörde muss ein umfassendes Qualitätsmanagement entgegengesetzt werden», hieß es. Der Sächsische Flüchtlingsrat hofft, dass es sich ein solcher Fall nicht wiederholt.

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