Die Alternativen zur Buchsbaum-Hecke

Ein Versuchsfeld in Pillnitz präsentiert 88 verschiedene Arten. Aber nicht jede Pflanze eignet sich für jeden Garten.

Hecken als Sichtschutz, zur Beetbegrenzung oder um die Sitzecke zu begrünen - in vielen Gärten gehören sie dazu. Meist werden Lebensbäume oder Kirschlorbeer gepflanzt. "Doch es gibt sehenswerte Alternativen", sagt Agraringenieur Hubertus Franke. Auf dem Versuchsfeld des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie in Dresden-Pillnitz sind 88 Gattungen und Arten zu finden - von mehreren Hundert bekannten.

Franke steht vor einer 1,50 Meter hohen Hecke aus Feuerdorn und rot leuchtender Berberitze. Er kontrolliert den Wuchs. Mit einer Gartenschere entfernt er abgestorbene Äste. Hinter den hohen Pflanzen zeigt er auf kleinere, etwa einen Meter hohe Gewächse. Mit goldgelben Glöckchen leuchtet der Strauch der Mahonie, der Bienen und andere Insekten anzieht. Weiterer positiver Nebeneffekt dieser wunderschön blühenden Pflanze: Die Beeren, die ab August reifen, bieten nicht nur Vögeln Nahrung, sie können auch zu Gelees oder Likör verarbeitet werden.

Die Früchte von Kornelkirsche und Zierquitte eignen sich ebenso für Gelees. All das, was die Fachleute auf dem Versuchsfeld an Wuchseigenschaften, Anfälligkeiten, notwendigen Pflegearbeiten und Lebensdauer registrieren, geben sie in Vorträgen weiter. "Wer in der Woche durch das offene Tor auf das Versuchsfeld spaziert, kann sich auf den Flächen des Referates Garten- und Landschaftsbau umsehen", sagt Franke. Ist ein Mitarbeiter vor Ort, gibt er gern Ratschläge.

Das ist beim Planen zu beachten: Entscheidend für die Auswahl der unterschiedlich hoch und breit wachsenden Heckenpflanzen ist der Verwendungszweck. Wer die Hecke in einem Kleingarten pflanzen möchte, sollte bedenken, dass sie dort maximal 1,25 Meter hoch werden darf. Entsprechende Verordnungen sollten also vorher studiert werden, so Franke. Der Abstand zum Nachbargrundstück müsse mindestens 50 Zentimeter betragen, gemessen von der Mitte der Pflanze.

Wer sich für Buchsbäume entscheidet, sollte wissen, dass viele Bestände seit Jahren durch den Zünsler gefährdet sind. Das Landesamt rechnet dieses Jahr in den Regionen Dresden und Leipzig mit besonders starkem Befall. Deshalb, so Franke, würden auf den Versuchsfeldern in Pillnitz Sorten angebaut, die alternativ gepflanzt werden können. Dazu gehören zum Beispiel Ilex (Stechpalme), Berberitze, Spiere und Eibe.

So geht man beim Pflanzen vor: Getopftes kann immer gepflanzt werden. Pflanzzeit ist für viele jetzt im Frühjahr. Die beste Zeit allerdings ist Herbst, wenn der Boden warm und noch nicht gefroren ist. Zunächst ist ein dem Wurzelballen angepasster Pflanzgraben auszuheben. Der Boden, so Gartenfachmann Franke, sollte umgegraben und reifer Kompost dazugegeben werden.

Bei sandigem Boden empfiehlt es sich, etwas Lehm unterzumischen. Die Pflanzabstände hängen von Größe und Verzweigung ab. "Als Richtwert gilt bei locker wachsenden Hecken ein bis zwei Stück pro Meter, bei Koniferen und Nadelgehölzen wie Eiben, Lebensbäumen, Zypressen zwei bis drei pro Meter, bei strengen Hecken mit säulenförmigem Wuchs oder regelmäßigem Schnitt drei bis fünf pro Meter", sagt Franke.

Er empfiehlt bei längeren Hecken mehrere Abschnitte mit unterschiedlichen Pflanzenarten, wegen unterschiedlicher Wuchshöhen und -eigenschaften, aber nicht im unmittelbaren Wechsel. Bei Monokulturen könnte eine ganze Anlage zusammenbrechen, wenn sich beispielsweise Schädlinge einnisten.

Diese Pflege braucht die Hecke: In der Anwachsphase ist eine ausreichende Bewässerung wichtig. Auch danach dürfen Heckenpflanzen nie austrocknen. Wer auf Nummer sicher gehen will, ob die Hecke gut mit Nährstoffen versorgt wird, sollte den Boden untersuchen lassen. Oft würde es ausreichen, für eine bessere Wasserspeicherung die Böden unter der Hecke mit Rasenschnitt abzudecken, so Franke. Um die Hecke in Form zu bringen, ist ein regelmäßiger Schnitt nötig, und zwar konisch, das heißt, im unteren Bereich etwa 15 Zentimeter breiter als oben.

Geschnitten wird laut Franke zu unterschiedlichen Zeiten. Blühende und fruchtende Arten wie Forsythien, Spieren, Mahonien und Kornelkirschen werden erst kurz nach der Blüte geschnitten. Feuerdorn können Hobbygärtner zweimal im Jahr schneiden. Im Inneren bilden sich trotzdem Blüten und Früchte. Ende Juni sind bei vielen Pflanzen zudem Neutriebe einzukürzen, um die Hecke in Form und dicht zu halten. "Allerdings müssen vor Beginn des Sommerschnittes die Hecken auf brütende Vögel kontrolliert werden", sagt Franke. Finden sich Nester, ist vor dem Schnitt die Brut abzuwarten. Will man Kiefern- und Fichtenhecken in gewünschten Maßen halten, muss der Maitrieb um zwei Drittel gekürzt werden.

Der Winterschnitt erfolgt von Dezember bis Februar. Haben die Pflanzen viel Totholz, kann die Hecke in dieser Zeit auch radikal, also auf 30 bis 50 Zentimeter, zurückgeschnitten werden, um einen Neuaufbau zu ermöglichen. Mit regelmäßiger Pflege können Hecken durchaus 50 Jahre alt werden.

Das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie bietet Vorträge und nach Anmeldung in Dresden an der Lohmener Straße hinter dem Schloss Pillnitz Führungen an. Donnerstags von 14 bis 17Uhr hat die Gartenakademie unter 0351 26128080 ein Servicetelefon geschaltet. www.smul.sachsen.de/lfulg

Viele Scheren für den Garten sind nicht sicher

Wer beim Kauf nicht daneben greifen will, sollte den Papiertest machen

Neben der Schaufel gehört die Gartenschere zum Grundbedarf fürs Hobbygärtnern. Ärgerlich, wenn die nur mit großer Kraftanstrengung zu benutzen ist. Viele Gartenscheren weisen zudem Sicherheitsmängel auf. Das ist Ergebnis einer Stichprobe der Zeitschrift "Selbst ist der Mann" sowie der Versuchs- und Prüfanstalt. Nur 10 von 27 Modellen erwiesen sich als sicher. Die Scheren öffnen sich beim Aufprall auf hartem Boden. Gärtner könnten so beim Aufheben in die Klingen greifen. Im Test führte das zu Abwertungen für die Modelle. "Das betraf auch gute und supergute Modelle", sagt Testredakteur Peter Baruschke.

Eine Amboss-Schere hat nur eine bewegliche Klinge, die auf eine feststehende Metalloberfläche trifft. Das spart Kraft. Daher wird sie bisher vor allem für hartes, trockenes Holz empfohlen. Die Variante mit zwei beweglichen Klingen, die Bypass-Schere, hatte bislang ein Plus, wenn viele Arbeiten im Grünholz anstehen. Im Test zeigt sich nun: Viele Produkte können auch das jeweils andere problemlos.

Neben einzelnen Ausreißern erzielten die Scheren aber insgesamt meist Noten in der oberen Hälfte der Bewertungsskala: Bei den neun getesteten Amboss-Scheren wurde fünfmal die Note "Gut" vergeben: für das Modell "RS 4000" von Wolf Garten (2,0), "PG 25" von Stihl (2,2), "PX 93" von Fiskars (2,3), "15.107" von Löwe (2,4) und "GDGSA 190" von Gardol (2,5). Weitere drei Modelle erzielten ein "Befriedigend" und eines ein "Mangelhaft". Unter den Bypass-Scheren wurde einmal die Note "Sehr gut", sechsmal "Gut", dreimal "Befriedigend" und achtmal "Ausreichend" vergeben. Zu den Besten dieser Produktgruppe gehören: Modell "14.104" von Löwe (Note 1,4), "8857" von Gardena (1,6), "GS-B20 (393645)" von Lux Tools (1,9), "PX 40" von Fiskars (2,0), "Easy Prune" von Bosch (2,1), "Phöenix 295200018" von Grüntec (2,3) und "GDGSB 190" von Gardol (2,4).

Baruschke empfiehlt, beim Kauf ein Blatt Papier mitzunehmen. Kann die ausgewählte Gartenschere dieses glatt durchtrennen, ist sie in der Lage, kleine und faserige Äste zu schneiden. Zudem lohne sich ein Blick auf die Werkzeuge bekannter Marken: Für sie gibt es oft Ersatzteile wie Schneiden oder Federn. "Diese kann man selbst austauschen." Wichtiger Aspekt ist die Wahl der Schere passend zur Handgröße. Teils öffnen sich die Modelle so weit und brauchen so viel Kraft, dass gerade Frauen mit kleinen Händen hier weniger Freude haben. Laut Baruschke gibt es nur wenige Hersteller, die auf das Problem eingehen und verschiedene Größen anbieten. dpa

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