Abitur plus Interesse an Medizin: Zum Arztberuf gibt's Alternativen

Julia Zeh hat ihr Abi am Goethe-Gymnasium gemacht. Beim Mentoring-Tag gab sie Tipps für den Weg ins Berufsleben.

Auerbach.

Natürlich besucht Julia Zeh das Absolvententreffen des Goethe-Gymnasiums. Doch bevor die junge Frau aus Auerbach, die 2014 ihr Abitur an der Schule ablegte, am Samstagabend einstige Mitschüler trifft, hat sie am Freitag vor angehenden Abiturienten von ihrem beruflichen Werdegang berichtet. Der Mentoring-Tag bot ihr und 20 anderen "Ehemaligen" des Auerbacher Gymnasiums den Rahmen dafür.

Julia Zeh arbeitet seit einem Jahr als Kinderkrankenschwester in der Notaufnahme des Uniklinikums Dresden. "Dort habe ich von 2015 bis 2018 auch meine Ausbildung absolviert", berichtete die 23-Jährige vor den Schülern. Ausbildungsinhalte und Karrierechancen, Berufsalltag an einem großen Krankenhaus, Erfahrungen aus dem stressigen Job in der Notaufnahme - in ihrem Vortrag präsentierte die junge Krankenschwester ein vielseitiges Bild ihres Berufes, von dem sie heute sagt: "Das ist genau meins. Hier kommt die Arbeit mit und für Kinder in idealer Weise zusammen - jedenfalls für mich."

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Ursprünglich hatte Julia Zeh Unterstufenlehrerin werden wollen, doch dank Praktika in einem Krankenhaus und einem freiwilligen sozialen Jahr gelang die Neuorientierung. Als Rettungsschwimmerin bei der DRK-Wasserwacht Rebesgrün, wo sie noch Mitglied ist, hatte sie zudem Interesse an der Medizin. "Mit meinem Vortrag möchte ich auch verdeutlichen, das nicht jeder mit Abitur, Interesse an der Medizin und Freude an der Arbeit mit Menschen auch Arzt werden muss. Denn wenn wir mal ehrlich sind, dann sind es doch die Krankenschwestern, die den Patienten Tag für Tag begleiten, pflegen und sich um sein Gesamtwohl kümmern", so die selbstbewusste Botschaft von Julia Zeh an die Schüler.


Absolventen als Mentoren

Beim Mentoring gibt eine erfahrenen Person ihr fachliches Wissen oder ihr Erfahrungen aus einem bestimmten Bereich an eine noch unerfahrenere Person weiter. Am Goethe-Gymnasium Auerbach übernehmen diesen Part Absolventen der Schule, die jährlich beim sogenannten Mentoring-Tag vor Schülerinnen und Schülern der Klassenstufen 10 bis 12 auftreten.

Die Präsentationen reichen vom Einmaleins zum Studienstart über Tipps zur Wohnungssuche und Studieren im Ausland bis zu Berichten aus der Arbeitswelt in Großkonzernen und der Präsentation von Forschungsergebnissen.

Die Idee zum Mentoring-Tag brachte Hendrik Mothes von seinem Studium in den USA mit - und steckte damit seinen ehemaligen Klassenlehrer Dietmar Schneider an. Der Mathelehrer, der auch beim Absolvententreffen die Fäden zieht, lud daraufhin ehemalige Schüler ein, am Gymnasium aus ihrem Berufsleben zu berichten. Premiere hatte der Mentoring-Tag 2010, der aktuelle war die 10. Auflage. Das Projekt findet inzwischen überregional Beachtung: Dietmar Schneider durfte es dem Landesschülerrat vorstellen. (how)

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