Auerbach: Rewe-Markt im Neubaugebiet droht Schließung

Das Grundstück an der Reumtengrüner Straße hat einen neuen Besitzer. Der hat offenbar auch Pläne, welche - das ist noch unter Verschluss.

Auerbach.

Die Geschäfte liefen nach Angaben von Rewe-Markt-Betreiber René Zahovsky zuletzt recht gut: "Wir waren auf dem richtigen Weg." Trotzdem könnten zum Jahresende die Lichter ausgehen im Supermarkt an der Reumtengrüner Straße: "Der Vertrag läuft aus", bestätigt Zahovsky. Und eine Verlängerung sei nicht in Sicht. Rewe habe sich mit dem bisherigen Eigentümer nicht einigen können. Inzwischen gebe es einen Besitzerwechsel - doch er selbst wisse nicht mal, wer der neue Eigentümer sei. Muss der Markt nun tatsächlich am 31. Dezember schließen? So klar will Zahovsky das nicht bestätigen - es gebe "verschiedene Modelle", wie es vielleicht doch weitergehen könnte. Der Kaufmann bekräftigt, er wolle auf jeden Fall gern mit dem bisherigen Team weitermachen: "Es geht um 15 Arbeitsplätze im Markt und um die Nahversorgung im Neubaugebiet." Zahovsky räumt auch ein: Der aktuelle Markt ist aus heutiger Sicht zu klein und schlecht geschnitten: "Wer den gebaut hat, der hatte vom Lebensmittelverkauf keine Ahnung." Der Kaufmann hatte im Dezember 2004 den damaligen Extramarkt übernommen.

Auerbachs Bauamtsleiter Patrick Zschiesche meint ebenfalls: "Das Objekt ist ein typischer Bau der 90er Jahre, es hat sich zeitlich überlebt." Die Kommune würde es deshalb begrüßen, wenn es im Areal an der Reumtengrüner Straße zu einer "städtebaulichen Neuordnung" kommen würde. Doch die Stadt selbst könne in dieser Hinsicht nichts tun und deshalb auch nicht viel sagen. Der Verwaltung bleibe bloß die bauplanungsrechtliche Begleitung, falls ein Investor hier handeln wolle. Dies könne auch recht schnell gehen. Es werde jedoch "zweifelsohne" eine Versorgungslücke geben. Aus Sicht der Stadt sei es einerseits wichtig, dass die Nahversorgung für das Neubaugebiet dauerhaft gesichert werde. Andererseits dürfe sich in diesem Gebiet aber nichts ansiedeln, was den Einzelhandel in der Innenstadt gefährde: "Dazu haben wir ein Einzelhandelskonzept, das genau festlegt, was es wo geben darf." Im Objekt ebenfalls untergebracht ist die Vogtland-Apotheke, ein Friseursalon hat bereits vor einiger Zeit überraschend geschlossen.


2016 hatte es Interesse an der Ansiedlung von Textilmärkten im Einkaufszentrum an der Reumtengrüner Straße gegeben, zuletzt nahm der DM-Drogeriemarkt das Areal kurzzeitig ins Visier. Seitens der Stadt waren diese Vorhaben abgelehnt worden, um die City nicht zu beeinträchtigen. Inzwischen gebe es ganz neue Akteure, so Zschiesche: "Was die wollen, das sollen sie selbst ankündigen."

Bei der Rewe-Zentrale war am Dienstag keine Auskunft zum Thema zu bekommen.

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6Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 2
    0
    Täglichleser
    06.06.2019

    Wenn ich das richtig verstehe, gibt es hier vollstes Verständnis, wenn die Interessen
    der Bürger übergangen werden.
    Glaube nicht das die Menschen mehrheitlich diese Meinung haben, die dort
    oben wohnen.
    Das die Dächer dann später kaputt waren,
    beseitigt nicht die Tatsache, dass die Idee
    damals sinnvoll war, diese Kaufhallen dort zu bauen. Dann kam der Individualverkehr mit dem anderen System.

  • 2
    4
    WolfgangPetry
    06.06.2019

    Die DDR mit ihren 2 Konsums und 2 Gaststätten war schließlich zahlungsunfähig und an allen 4 Gebäuden waren die Dächer hinüber. Merken Sie es?

  • 3
    1
    Zeitungss
    05.06.2019

    @Täglichleser: Hier spricht nicht die Kommune, sondern das Geld und deren Lobbyisten, für die Erbringer der Kohle bleibt nun wirklich kein Platz für Wünsche. Nach 30 Jahren SOZIALER Marktwirtschaft sollte es jeder Bürger begriffen haben, oder glaubt noch immer jemand an Wunder?

  • 1
    2
    Täglichleser
    05.06.2019

    Zeitungss das ist richtig. Gebe Ihnen recht.
    Bis zu einem bestimmten Punkt. Die Kommune sollte gesetzlich einschreiten können, wenn vielleicht 5000
    Bürger nicht mehr die Möglichkeit haben
    auch mal zu Fuss dort etwas einzukaufen.
    Gehört zur Daseinsvorsorge und ist ein Beitrag zum Klimaschutz.

  • 2
    2
    Zeitungss
    05.06.2019

    Wer Geld verdienen muss, betreibt bekanntlich keine Daseinsfürsorge, soviel sollte der Bürger in den ach so neuen Ländern schon einmal mitbekommen haben.....oder noch immer nicht. Ich könnte es jetzt noch in treffendere Worte fassen, was für eine Veröffentlichung nicht gerade förderlich wäre. Diese Hausaufgaben darf jeder selbst.

  • 7
    3
    Täglichleser
    05.06.2019

    Es interessiert in diesem System niemanden, ob die 80jährige Paula vom Plattenbaugebiet mit ihrem Rollie 100 m Weg hat, um einkaufen zu gehen oder weitere Wege nehmen muss. Profit steht im Mittelpunkt. Kundennähe, Kundenfreundlichkeit stört dann nur.
    Der Staat, die Kommune muss sich dem
    unterordnen, kann nur wenig bewegen.
    Da war die Planwirtschaft so schlecht nicht. Dort gab es 2 Kaufhallen, 2 Gaststätten, vieles bürgernäher. Aber jetzt
    schluss. Sonst glauben hier manche, ich will die DDR zurück. War nur ein Denkanstoss.



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