Azubis bringen frischen Wind ins Haus

Zwei Wochen haben angehende Pflegefachkräfte die Awo-Einrichtung am Auerbacher Stadtpark geleitet. Ihr Fazit: Herausfordernd, aber lohnenswert.

Auerbach.

Wie herausfordernd es ist, eine ganze Senioreneinrichtung des Awo-Kreisverbandes Auerbach/Vogtland zu leiten, haben 19 Auszubildende aller drei Lehrjahre in den vergangenen zwei Wochen bei einem Projekt erfahren. Das gibt es bei der Awo seit vier Jahren, und es soll angehende Altenpfleger auf den Berufsalltag vorbereiten. Jedes Jahr ist ein anderes von insgesamt vier Häusern der Awo Auerbach dran. Dieses Jahr fiel die Wahl auf die Einrichtung am Auerbacher Stadtpark.

Mit dem Ausbildungsstand wuchs die Verantwortung. Wer sich im ersten Lehrjahr befindet, übernahm Funktionen als Pflegehilfskräfte. Das zweite Lehrjahr stellte Fachkräfte, und den demnächst ins Berufsleben wechselnden ältesten Azubis kamen Leitungsaufgaben zu.

Vanessa Veil (19) und Daniel Polster (22) werden Ende des Monats ihren Abschluss in der Tasche haben. was sie dazu befähigte, einen kompletten Wohnbereich zu leiten. Also eine gesamte Etage. Und das war eine Menge Arbeit: Ablaufüberwachung im Team, korrekte Medizingabe und Wunddokumentation, Arztinformation, Austausch mit Angehörigen, Verlegung ins Krankenhaus und zurück. Für ihn sei die größte Herausforderung gewesen, das aufzufrischen, was er in den vergangenen drei Jahren lernte, sagte Daniel Polster. Beide fanden, dass ein solches Projekt gut auf die Praxis vorbereite. Vanessa Veil und Daniel Polster werden als Pflegefachkräfte von der Awo übernommen.

Rund um die Uhr kümmerten sich Azubis um einen reibungslosen Ablauf. Ganz auf sich gestellt waren sie dabei nicht. In allen drei Schichten standen Praxisanleiter zur Seite. Dienstpläne nahmen unter Aufsicht der Pflegedienstleitung Gestalt an. Mit dem Projekt würden ihnen Angst und Unsicherheit genommen, sagte Praxisanleiter Denny Braun. "Hier dürfen sie je nach Lehrjahr und unter Aufsicht eigentlich alles machen." Normalerweise werden die 62 Bewohner von 20 Fachkräften betreut. Einigen bescherte die Azubi-Übernahme ein paar freie Tage.

Für Einrichtungsleiterin Jona Engelhardt war es das erste Projekt dieser Art. "Das ist eine sehr gute Erfahrung für beide Seiten", lautete ihr Fazit. "Die jungen Mitarbeiter haben sich sehr gut organisiert und Ideen, wo man in langjähriger Praxis gar nicht drauf kommt."

Für frischen Wind sorgten die Lehrlinge unter anderem bei der Mitarbeiter-Einteilung. "Sie ordneten Pflegekräfte den Bewohnern zu. Wir teilen das nach Wohnebenen ein." Jona Engelhardt sah in der etwas anderen Herangehensweise sogar Vorteile. Nicht nur im Zeitmanagement. "So hat man vielleicht auch mehr Bezug zu den Bewohnern."

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