Bald Bistro und Markt in alter Buswarte

Eröffnung soll im April 2020 sein, der Rodewischer Stadtrat hat das Konzept des künftigen Betreibers gutgeheißen. Für das Objekt am Postplatz gab es noch einen zweiten Bewerber.

Rodewisch.

Nach der Sanierung des Postplatzes zieht wieder Leben in die alte Buswarte von Rodewisch. Ein neugegründeter Tierschutzverein will dort Bistro, Laden und Kursangebote für Kinder einrichten. Der Stadtrat hat am Donnerstag dem Konzept zugestimmt. Die Stadtverwaltung wird nun mit dem Tierschutzverein Rodewisch einen Fünfjahres-Vertrag schließen.

Kopf des neuen Vereins, dessen Gemeinnützigkeit derzeit vom Finanzamt geprüft wird, ist Folke Lanius. Gemeinsam mit ihrem Mann betreibt sie in Röthenbach seit 2011 die Eselsbrücke - einen Gnadenhof, der inzwischen 80 Tieren Platz gibt. Einmal im Jahr laden die Tierfreunde dort zur Eselsmeile, einem Kunsthandwerkermarkt, der sich innerhalb kurzer Zeit etabliert hat.

"Wir wollen im April starten", sagt Folke Lanius, die als niedergelassene Internistin in Rodewisch arbeitet. Was den neuen Verein betrifft, so hätten sich dort "sieben Tierverrückte" zusammengetan, weitere Mitstreiter würden gesucht.

Zum neuen Konzept in der alten Buswarte: Im linken Flügel soll ein Gastrobetrieb einziehen, der Frühstück und Mittagstisch anbietet. Lanius: "Für abends haben wir in Rodewisch schon ausreichend Angebote." Die Räume würden untervermietet, die Zusammenarbeit mit einem Gastronomen sei bereits fixiert.

Im größeren rechten Raum planen Lanius und ihre Mitstreiter einen Kreativmarkt für Handwerker nach dem Prinzip Fächervermietung. "Wir stellen Raum und Verkäuferin, die verschiedenen regionalen Anbieter können sich regalweise einmieten", erklärt Folke Lanius. Parallel werden der Inselkinoverein die Lokation drinnen wie draußen bespielen, kreative Workshops für Kinder angeboten. Das Mobiliar werde entsprechend flexibel sein.

Bleibt die Frage, was das mit Tierschutz zu tun hat? "Über die Einnahmen, die wir so generieren, wollen wir unsere ehrenamtliche Arbeit finanzieren", sagt die Initiantin. Natürlich werde in der Buswarte ein repräsentativer Infopoint des Vereins integriert, der als Anlaufstelle für die Öffentlichkeit dienen soll.

Mit diesem Konzept trifft der neue Verein bei Bürgermeisterin Kerstin Schöniger (CDU) auf offene Ohren. Die "Öffnung nach außen", sei für die Verwaltung ausschlaggebend gewesen, den kleinen unbekannten Verein gegenüber den großen und bekannten zweiten Bewerber zu favorisieren.

Der Judoverein Ippon wollte die Buswarte ebenfalls für seine Zwecke nutzen, allerdings nur intern. Dem Stadtrat fiel die Entscheidung nicht leicht, ein Vertreter stimmte gegen den Tierschutzverein. Verwaltung und Gremium sicherten den Ippon-Vertretern jedoch zu, ihnen alternativ Räume zur Verfügung zu stellen. Für Schöniger ausschlaggebend war, dass Ippon für sein Konzept nicht unbedingt eine zentrale Lage benötigt, der Tierschutzverein aber schon.

Einen Sicherheitshaken wollten die Stadträte aber noch setzen: Nach zwei Jahren soll überprüft werden, ob die Postwartenmieter ihr Konzept tatsächlich umsetzen, andernfalls soll vorzeitig gekündigt werden können. Doch bevor der Tierschutzverein loslegen kann, muss die Kommune bis April eine Heizung installieren und die Außen-WCs sanieren lassen. Schöniger rechnet mit Kosten von 20.000 Euro.

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