Bald Übernachtung in uriger Atmosphäre

Umgebindehaus Oberlauterbach und Rittergut Pfaffengrün - zwei Denkmalen, die Vereine mit Leben erfüllen.

Pfaffengrün/Oberlauterbach.

Nicht nur von außen, sondern auch von innen haben gestern viele an historischer Bausubstanz Interessierte erhalten gebliebene Zeitzeugen kennen gelernt. Zwei der vielen Anlaufstellen zum Tag des offenen Denkmals waren das Rittergut Pfaffengrün und das Oberlauterbacher Umgebindehaus - beide sonst eher selten zugänglich.

Alte landwirtschaftliche Gerätschaften rückte der Pfaffengrüner Kultur- und Heimatverein Holzbachtal in das Licht der Öffentlichkeit. Im Herrenhaus und den angrenzenden Gebäuden konnten sich Gäste über die fast 600-jährige Geschichte des Anwesens informieren. Vereinsmitglieder demonstrierten den Bau von Wasserleitungen anno dazumal. Dafür kam ein etwa drei Meter langer Bohrer zum Einsatz. "Der stammt aus einer ehemaligen Pfaffengrüner Zimmerei und kann 100 Jahre alt sein", vermutete Vereinsmitglied Gerhard Jacobi. "Mehrere Baumstämme wurden längs miteinander verbunden und in der Mitte das Loch gebohrt", erklärte er.

Sein fast fertig rekonstruiertes Schmuckstück im Oberlauterbacher Ortskern zeigte der Förderverein zum Erhalt des vogtländischen Umgebindehauses. Gäste rasteten, informierten sich über den aktuellen Stand, schauten beim Klöppeln zu und besichtigten das Ein-Raum-Museum.

Im Wohnhaus sollen ab Frühjahr Wander- oder Radlergruppen übernachten und Alltag wie zu Urgroßmutters Zeit erleben. "Die Blockstube eignet sich auch für Geburtstagsfeiern", sagte Vereinschef Gerhard Wattenbach. "Für die Scheune wollen wir versuchen, über das Leader-Förderprogramm Geld zu bekommen."

Seit 1841 hatte das Umgebindehaus zwölf Besitzer. Sein tatsächliches Alter ist unbekannt. Geschätzt wird es auf 240 Jahre. Der Verein hofft, bald Licht ins Dunkel bringen zu können. "Wir haben Holzbalken aus der Bauzeit gesichert", berichtete Gerhard Wattenbach. "Daran wollen wir das Alter bestimmen lassen."


Junge mischen ganz vorne mit

Arno Forner ist das mit Abstand jüngste der 18 Mitglieder im Umgebindehaus-Förderverein. Seit zwei Jahren mischt er kräftig mit. Dabei ist der 14-Jährige aus Eich noch viel länger. "Eigentlich von klein auf", sagt er. Der vielseitig interessierte Jugendliche folgt dem Beispiel seiner Eltern. "Es ist spannend zu entdecken, was unter den alten Mauern steckt", begründet er sein Interesse. "Und es macht Spaß, das wieder aufzubauen und den Fortschritt zu sehen." Dazu hat er einen nicht unbeträchtlichen Beitrag geleistet. Arno Forner packt überall an - von Rekonstruktionsarbeiten am Haus und im Gelände bis zur Organisation und Büroarbeit. "Was ich auch mag, ist die Gemeinschaft mit den Leuten", betont er.

Um Gemeinschaft, Heimatverbundenheit und Traditionspflege geht es auch Andreas Kunze und Denny Döhler. Die 37 und 35 Jahre alten Männer gehören der im Mai gegründeten Sektion F 173 im Kultur- und Heimatverein Holzbachtal an. Die junge Gruppe hat bislang sechs Mitglieder, ihr Name eine tiefere Bedeutung. "Früher gab es eine Fernverkehrsstraße im Ort", erzählen sie. An jene Verbindung zwischen Dresden und Bamberg soll erinnert werden. Wie ihre älteren Vereinskollegen möchten die Sektionsmitglieder Altes erhalten.

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