Begabte Gymnasiasten üben sich in Chinesisch

Im Waldpark Grünheide lernen derzeit 49 Schüler aus drei Bundesländern. Sie bekommen ein besonderes Programm geboten.

Grünheide.

"Ang, aang, aaaaang. Dzei, mang, hong, lang." Fremde Silben wie diese waren gestern Vormittag im Kultursaal des Waldparks Grünheide zu hören. Neun Gymnasiasten versuchten sich in der Aussprache chinesischer Wörter. Sie gehören zu 49 begabten Schülern aus vier Gymnasien aus drei Bundesländern. Sie besuchen dort gestern und heute das achte Lerncamp des Auerbacher Goethe-Gymnasiums.

Die Teilnehmer des Chinesisch-Workshops bereiteten gestern einen kurzen Dialog vor. Davor erklärte ihnen Herdis Klarmann, Dozentin von der Westsächsischen Hochschule Zwickau, die Besonderheiten der Sprache. Dazu gehört, dass Silben ihre Bedeutung ändern können, wenn sie unterschiedlich betont werden. Im Vergleich zur Deutschen Sprache sei die chinesische Grammatik einfach, weil es weder Einzahl noch Mehrzahl oder Zeitformen gibt und Verben nicht gebeugt werden.

Niclas Morgner vom Auerbacher Goethe-Gymnasium hat bereits mehrfach im Camp gelernt. Für den Chinesisch-Workshop hatte sich der 16-Jährige aus der Klassenstufe 11 eingetragen, weil "ich einmal eine andere Sprache als Russisch oder Englisch ausprobieren wollte". Das wollte auch Jonas Lüdke vom Markneukirchener Gymnasium. Der 15-Jährige (Klassenstufe 10) ist zum ersten Mal beim Camp dabei. Spannend fand er alle Angebote.

Während die China-Freunde im Kultursaal die Begrüßung übten, erhielten sie Besuch von einem anderen Workshop-Team: Das dreht an beiden Tagen einen Film über das Camp. Die Regie über die Crew führte gestern André Zühlke vom Sächsischen Ausbildungs- und Erprobungskanal Plauen (SAEK). Er zeigte den Amateurfilmern die richtige Kameraeinstellung und erklärte, wie man Tonaufnahmen anfertigt.

Die dabei entstandenen Aufnahmen helfen Dietmar Schneider bei der Vorbereitung des Camps. "Wir schicken die Filme an sächsische Hochschulen. Die können sich so ein Bild vom Camp machen und schlagen uns Themen und Referenten vor", sagt der Organisationschef und Lehrer am Auerbacher Gymnasium. Neben den Schulen würden das Programm auch immer mehr Vogtland-Firmen wie der Schönecker Software-Spezialist GK Software und das Treuener Bauunternehmen Goldbeck mitgestalten.

Das Goethe-Gymnasium hat das Lerncamp 2011 zum ersten Mal organisiert. Es wollte damit begabten Schülern Angebote unterbreiten, die über den üblichen Unterricht hinaus gehen, so Schneider. Diesmal finden 24 Workshops statt.

Während Markneukirchener Gymnasiasten das Camp bereits mehrfach besucht haben, nehmen in diesem Jahr daran erstmals leistungsstarke Schüler des Albrecht-Dürer Gymnasiums Nürnberg und des Privaten Litauischen Gymnasiums aus dem hessischen Lampertheim-Hüttenfeld teil. Hintergrund ist laut Schneider, dass Bayern, Hessen und Sachsen seit 2015 bei der Förderung begabter Schüler enger zusammen arbeiten. Eine weitere Form der Kooperation seien gemeinsamen Lehrerweiterbildungen.

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