Bilderbuchschreiberin bemalt Kitawand

Die Enthüllung einer Außenmauer an der Falkensteiner Kita hat gestern Kunterbuntes zutage gefördert. Kooperationspartner war Bilderbuchautorin Christina Röckl.

Falkenstein.

Nach 40 Arbeitsstunden ist das Gemeinschaftswerk vollendet: Aus der tristen, steinernen Eckmauer, die den Falkensteiner Kindergarten "Mäuseburg" zur Grünbacher Straße abschirmt, ist ein knallbunter Hingucker geworden. Gestern konnte die leuchtend rote Hülle fallen - im Beisein beteiligter Vorschüler und der Hauptperson. Bemalt hat die 15 Meter lange Mauer vor allem Christina Röckl, freie Autorin und Illustratorin aus dem Vogtland mit Wohnsitz und Arbeitsmittelpunkt in Leipzig.

"Natürlich haben wir versucht, die Kinder einzubeziehen", sagt Christina Röckl. "Es durfte mir immer mal jemand assistieren." Was Passanten nicht wissen: Hinter einer Burg samt Mäusen, einem Raumschiff, Käseplaneten und gelber Grundierung verewigten die Kinder Wünsche. Und die sind so geheim, dass sie Kitaleiterin Katja Peterfi nicht verraten wollte.

Für das Bemalen kam Christina Röckl einige Male für mehrere Tage am Stück nach Falkenstein. "Ich habe ja hier Familie", berichtet die Kottengrünerin. Projekte würden sie ohnehin gelegentlich nach Hause zurückbringen. Das jetzt beendete reihte sich in ein Programm mit dem Titel "Jeder Kita einen Künstler" ein. Initiator ist der Kulturraum Zwickau-Vogtland.

Die Idee, mit Christina Röckl zu kooperieren, kam Katja Peterfi beim Betrachten einer Kletterwand in Rodewisch. Dort hatte die auf Bilderbücher spezialisierte 36-Jährige zuvor ein Kunstwerk hinterlassen. Mit der Bemalung und Enthüllung in Falkenstein machten sich die angehenden Abc-Schützen dieses Jahr obendrein ein bleibendes Abschiedsgeschenk. "Weil dieses Jahr wegen Corona alles anders war, gab es kein echtes Zuckertütenfest", sagte Katja Peterfi. "Sonst haben wir immer in Grünheide übernachtet."

Christina Röckl arbeitet aktuell an zwei Bilderbüchern. Wann sie erscheinen, ist noch offen. Nach ihrem Studium an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle legte sie die Messlatte mit dem Erstlingswerk "Und dann platzt der Kopf" schon ordentlich hoch: Dafür gab es den Jugendliteraturpreis und gleich noch einen Publikumspreis der Frankfurter Buchmesse. 2018 brachte Röckl "Kaugummi verklebt den Magen" heraus, ihr drittes und jüngstes Buch. Besonders wichtig sei der Kontakt zum Publikum, betont sie. Illustrieren, schreiben und Lesungen hielten sich für gewöhnlich die Waage.

Mit Bildern Geschichten zu erzählen, geht Christina Röckl locker von der Hand. "Ich bin halt auch innerlich noch ein Kind", gibt sie lachend zum Besten. "Das muss man sich bewahren, glaube ich", betont die Künstlerin. Wenn sie mit Kitas zusammenarbeitet, hat das noch einen anderen Lerneffekt, sagt Röckl. "Bei kleinen Kindern ist nicht so bekannt, dass Bilderbuch-Schreiben ein Job sein kann."

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