Dorfkirche Rothenkirchen: Punktlandung dank Bauverzug

Zwischen den Jahren ist auf der Baustelle Ruhe eingekehrt, jetzt sollten die Arbeiten wieder auf- genommen werden. Doch das Wetter macht den Handwerkern einen Strich durch die Rechnung.

Rothenkirchen.

Die Fassade ist frisch verputzt, doch die Arbeiten an der Dorfkirche Rothenkirchen sind damit nicht abgeschlossen. Ursprünglich sah der Terminplan vor, dass die Handwerker am Montag wieder loslegen, sagt Planer Bernd Schürer. Aber witterungsbedingt werde daraus wohl erst mal nichts.

"In der Woche vor Weihnachten wurde die zweite Putzschicht für die Fassade komplett aufgetragen. Damit ist die fertige Oberflächenstruktur hergestellt", erklärt der Planer und Bauleiter, der das Vorhaben für die evangelisch-lutherische Kirchgemeinde Rothenkirchen/Wernesgrün betreut. Und er schränkt ein: "Allerdings fehlt noch der Egalisierungsanstrich auf der Putzoberfläche. Die ist mit Silikatfarbe zu stabilisieren." Auch der Reibeputz an der Sakristei sowie die Filzputze an Leibungen und Faschen - gestalterische Elemente an den Fenster- und Türrahmen - sind noch fertigzustellen. "Und schließlich werden im Frühjahr noch die Holzrahmenfenster mit einem schützenden Anstrich versehen", listet der Baufachmann ausstehende Arbeiten auf. Bis dahin soll auch die Frage geklärt sein, welchen Anstrich die Fassade erhält: "Steht Altweiß oder Ockerbraun der Kirche besser zu Gesicht?" fasst Bernd Schürer die unterschiedlichen Auffassungen in einer Frage zusammen.

Die Sanierungsarbeiten an der Dorfkirche Rothenkirchen hatten im September begonnen. Ziel war, die Arbeiten bis Jahresende im Wesentlichen abzuschließen. Doch anfangs sorgte der Gerüstbau für Verzug, dann das Wetter: Ende November, Anfang Dezember mussten die Putzarbeiten wegen Frost ruhen. Ungenutzt verstrich die Zeit aber nicht, es wurden neue Fensterbänke aus Theumaer Schiefer eingesetzt.

Die 1796 in ihrer heutigen Gestalt geweihte Kirche erhält im Zuge der fast 90.000 Euro teuren Sanierung, die aus Leader-Fördermitteln mitfinanziert wird, nicht nur den aus denkmalpflegerischer Sicht passenden Anstrich. Auch beim Putz orientieren sich die Rothenkirchener an der Historie: Auf den maschinell aufgebrachten Grundputz wurde in Handarbeit als zweite Schicht sogenannter Graupel- oder Kellenwurfputz aufgetragen, der der Fassade die typische Oberflächenstruktur gibt. "Wie zum Ende des 18. Jahrhunderts üblich, als die Kirche errichtet wurde", sagt Schürer.

Der Bauverzug sorgt übrigens für eine Punktlandung. Damit präsentiert sich die Dorfkirche Rothenkirchen im Jubiläumsjahr wie neu: 2021 wird der Bau 225 Jahre alt.

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