Drei Jahre Haft für Messerstecher

Das zweite Urteil im Prozess um eine Attacke von 2017 an der Auerbacher Breitscheidstraße ist gefallen. Noch kann der Mann es aber anfechten.

Auerbach.

Am 6. Juni 2017 hatte eine Messerstecherei in einer Wohnung der Auerbacher Breitscheidstraße für viel Aufsehen gesorgt: Rettungshubschrauber und Polizei waren im Einsatz, ein junger Afghane wurde schwer verletzt. Wie das Amtsgericht Auerbach jetzt mitteilt, ist der zweite Messerstecher dort vor Kurzem zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt worden. Der 23-jährige deutsche Staatsbürger kann das Urteil jedoch anfechten, es ist noch nicht rechtskräftig.

Der junge Mann gehört zu einer deutsch-syrischen Familie, die seit Jahrzehnten in Auerbach lebte. Am Tattag waren er und sein Vater über den inzwischen 26 Jahre alten Freund ihrer Schwester beziehungsweise Tochter hergefallen - sie lehnten die Beziehung der beiden ab. Sie stachen auf den Afghanen ein, der zum Gespräch in ihre Wohnung gekommen war, der jüngere Täter hätte um ein Haar die Halsschlagader des Opfers durchtrennt. Nach der Attacke kamen die beiden nur kurz in Haft, anschließend zog die Familie nach Baden-Württemberg um. Die juristische Aufarbeitung stockte immer wieder, weil zunächst der Richter, dann einer der Angeklagten und schließlich ein Verteidiger erkrankte. Der Vater (53) war im April vom Amtsgericht zu einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung verurteilt worden - er hat Berufung eingelegt. Sein Sohn war bereits vorbestraft, in das aktuelle Urteil wurde eine andere Verurteilung mit einbezogen. (bap)

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