Ein Nussknacker erkundet Afrika

Erst mit Sigmund Jähn nach Baikonur, jetzt mit einem Grünbacher nach Uganda: Nussknacker Wilhelm kommt viel rum. Hinter der witzigen Aktion steckt aber mehr.

Grünbach.

Heute geht er wieder auf Reisen, Wilhelm der kleine Nussknacker, der um die Welt kommen will. Diesmal startet er mit Sven Kummer vom Hilfsverein Amali, um ein Entwicklungsprojekt in Uganda zu unterstützen.

Wilhelm kommt aus Seiffen und ist eine einmalige Miniaturausgabe aus der Füchtner-Werkstatt. Markus Füchtner hat den kleinen Nussknacker als Geschenk für einen Freund produziert. Peggy Buschbeck und Ronny Hoyer starteten im Juni letzten Jahres ihre Weltreise. Sie nahmen den kleinen Kerl mit, um etwas aus der Heimat dabei zu haben. So wurde Wilhelm, 15 Zentimeter groß, zum Botschafter für das Erzgebirge. Er bekam sogar eine eigene Seite bei Facebook, sodass die Internetgemeinde verfolgen kann, wo er gerade unterwegs ist. Er hat schonviel gesehen: von Serbien bis Südamerika und sogar an den Nordpol führten seine Reisen. Mittlerweile war er schon auf dem Jakobsweg und mit Sigmund Jähn in Baikonur. Beinahe wäre er mit Alexander Gerst in den Weltraum geflogen. Aber dann traf er sich zuhause beim Firmenjubiläum mit Olaf Schubert.

Als Anja und Sven Kummer vom Verein Amali anfragten, ob er mit nach Uganda kommen möchte, war er schnell dabei. Nachdem seine Schöpfer sich über die Arbeit des Vereins informiert hatten, wurde aus Wilhelm die Aktion Wilhelf. Der Nussknacker will diesmal nicht nur reisen, sondern auch etwas reißen, sprich, die Arbeit in Kitokolo tatkräftig unterstützen. Sven Kummer startet heute, um weitere Hilfsgelder zu bringen und deren Verwendung in die richtigen Bahnen zu leiten. Der Grünbacher Verein unterstützt das Dorf in Uganda seit Jahren. Unter anderem entstand dort eine Berufsschule. Die platzt jetzt aus allen Nähten und soll fünf neue Klassenzimmer bekommen. Die Erweiterung der Berufsschule und weitere Projekte werden durch Fördermittel vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ermöglicht. 88.000 Euro bekommt der Verein. Dazu müssen noch 30.000 Euro an Eigenmitteln aufgebracht werden. Das ist eine große Summe für den kleinen Verein, der 40 Mitglieder hat. Da kommt die Unterstützung von Wilhelm gerade recht.

Gleichzeitig soll Nussknacker Wilhelm die Kinder mit der Tradition unserer Region bekannt machen. Ein großer Bruder von Wilhelm geht als Gastgeschenk mit. Neben Wilhelm wird Sven Kummer den Menschen in Kitokolo aber vor allem Laptops und Nähzubehör für die Berufsschule mitbringen. Als besondere Überraschung hat er einen Satz Fußballschuhe im Gepäck, denn er weiß, dass es dort begeisterte Fußballspieler gibt. "Uganda hat sich in den vergangenen Jahren weiter entwickelt. Wir nehmen zwar noch Hilfsgüter mit, aber es ist uns sehr wichtig, dass wir mit finanziellen Mitteln die Wirtschaft ankurbeln", sagt er. Der Vogtländer hofft, dass er mit seiner Arbeit auch den Fluchtursachen entgegenwirken kann.

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