Falkenstein: Rathaus-Glocken sollen nachts schweigen

Knappe Entscheidung für eine Abschaltung zwischen 22 und 6 Uhr - Anregung kam von den Anwohnern

Falkenstein.

Es gab scharfe Kritik an der Beschlussvorlage, angenommen wurde sie trotzdem: Der Glockenschlag im sanierten Rathausturm wird von 22 Uhr abends bis 6 Uhr in der Früh ausgesetzt. Die Entscheidung dazu fiel knapp: Es gab sechs Ja-Stimmen, fünf Nein-Stimmen und drei Enthaltungen. Damit wird einer Anfrage von Anwohnern entsprochen, die sich durch das Glockengeläut in ihrer Nachtruhe gestört fühlen. In ihrem Namen hatte ein betroffener Bürger ans Rathaus geschrieben, in den zuständigen Ausschüssen war seine Anregung gebilligt worden.

Im Stadtrat meldeten sich dagegen nur Räte, die angesichts der Bitte mit dem Kopf schüttelten. "Das ist ein absolutes Trauerspiel", sagte Lutz Mothes (Die Linke). "So etwas habe ich noch nie gehört. Vielleicht wird das Martinshorn bei Einsätzen demnächst auch nachts verboten?" Die Kirche solle im Dorf bleiben, forderte Mothes. "Wenn die Glocken endlich wieder schlagen, sollten wir sie auch schlagen lassen." Ähnlich äußerte sich Michael Lienemann (Bürger für Falkenstein). Auch ihm sei eine Bitte, Glocken während der Nachtstunden zum Schweigen zu bringen, noch nirgendwo begegnet.

Der Beschluss orientiert sich an der Falkensteiner Polizeiverordnung, nach der zwischen 22 Uhr abends und 6 Uhr früh Nachtruhe gilt. "Wir müssen die Entscheidung so akzeptieren", meinte Bürgermeister Marco Siegemund (CDU), der sich selbst der Stimme enthielt.

Für die nächtliche Glockenruhe hatte unter anderem Jens Uhlmann (Die Linke) gestimmt. Dies sei eine Frage der Vernunft, erklärte er auf Nachfrage. "Nur weil wir wieder funktionierende Glocken haben, müssen wir sie doch nicht Tag und Nacht schlagen lassen. Ich glaube nicht, dass sich jemand nachts daran erfreut." (dien/bap)

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