Ferienlager und Familien helfen Waldpark durch Coronakrise

Von März bis Mai ging in Grünheide nichts. Jetzt kommen die Besucher zurück - und im Kiez wächst die Hoffnung auf einen fast normalen Herbst.

Auerbach/Grünheide.

Dass die Besucherzahl des Vorjahres dieses Jahr erreicht wird -2019 zählte der Waldpark 62.000 Übernachtungen - erwartet im Kinder- und Jugenderholungszentrum Grünheide niemand. "Dafür war der Einschnitt durch Corona seit Mitte März viel zu gravierend", sagt Geschäftsführer Joachim Otto. Umso erfreulicher sei die positive Entwicklung, die sich mit den Sommerferien abzeichne: "Unsere eigenen Ferienlager sind praktisch ausgebucht. Und weil diesen Sommer mehr Familien Deutschland für ihren Urlaub entdecken, spüren auch wir diese Nachfrage", fasst Otto zusammen.

Den Ausfall von Vereinscamps, Klassenfahrten zu Schuljahresende oder -beginn oder Ferienlagern großer Sozialverbände wie Lebenshilfe und Diakonie könne das freilich nicht kompensieren, räumt der Waldpark-Geschäftsführer ein. Doch wichtig sei, dass es weitergehe. Dafür habe man mit dem Hygienekonzept die Voraussetzungen geschaffen. Desinfektionsmittel-Spender in allen Gebäuden plus verdichteter Reinigungsintervall, das Betreten des Speisesaals nur mit Mund-Nasen-Bedeckung und keine freie Platzwahl mehr - das sind nur einige der Maßnahmen, die seit der Wiedereröffnung greifen. "Wir haben alles während der langen Wochenenden zu Himmelfahrt und Pfingsten in kleiner Besetzung testen können. Und für das Einhalten der Abstandsregelungen kommt uns entgegen, dass wir soeben erst unseren Speisesaal um 50 Plätze vergrößert haben. Die schrittweisen Lockerungen tragen ebenfalls dazu bei, dass die Gäste insgesamt mit den besonderen Bedingungen gut klarkommen", freut sich Otto über die wachsende Akzeptanz. Mittlerweile liege man wieder bei zwei Drittel der für diese Jahreszeit üblichen Auslastung.

Hoffnung mache zudem der Blick voraus: "Frühjahr und Herbst sind durch Klassenfahrten unsere stärksten Monate. Und da liegen die Buchungen für den kommenden Herbst beinahe wieder auf Vorjahresniveau", so Joachim Otto, der hofft, dass keine zweite Coronawelle diesen positiven Trend stoppt. Denn noch ist ein Teil der 40 Mitarbeiter in Kurzarbeit. Neben dieser Unterstützung durch die Agentur für Arbeit erhielt der Waldpark Hilfen des Freistaates wie Jugendherbergen und Schullandheime auch. Rund 200.000 Euro flossen, geknüpft an Bedingungen, als Überbrückungsgeld für die zurückliegenden Monate.

Trotz dieser Hilfen hofft man im Waldpark und in den anderen Kinder- und Jugenderholungszentren (Kiez) auf ein Anschlussprogramm. "Unter den aktuellen Bedingungen können wir zwar wirtschaften, aber keine Rücklagen bilden. Damit fehlen uns Eigenmittel für Investitionen", erklärt Otto. Beispielsweise müsse im Herbst die Entscheidung fallen, ob Haus Plauen wie geplant modernisiert werden könne. Auf rund 850.000 Euro sind die Kosten veranschlagt. Die Arbeiten könnten über das Winterhalbjahr durchgezogen werden. "Wegen der geplanten Baumaßnahmen haben wir das Haus für Belegungen vorsorglich gesperrt. Jetzt müssen wir sehen", sagt Otto und setzt auf die Unterstützung der Politik und die Lobbyarbeit des Kiez-Dachverbandes. Der hat für Ende August Landespolitiker nach Grünheide eingeladen, um die für die Situation der sächsischen Erholungszentren zu sensibilisieren.

Coronavirus: Unser Angebot zur Lage in Sachsen, Deutschland und der Welt

00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.