Glockenweihe in Rodewisch: Neues Geläut ist jetzt komplett

Seit vier Jahren ist der Turm der Stadtkirche St. Petri ohne Geläut. Seit der Glockenweihe am Sonntag steht fest: Diese Zeit ist bald vorüber.

Rodewisch.

Drei neue Bronzeglocken künden den Rodewischern bald, was die Stunde geschlagen hat: Am heutigen Dienstag soll das neue Geläut im Turm der Stadtkirche St. Petri aufgehängt werden; gibt es bei den ausstehenden Restarbeiten in der Glockenstube keine Probleme, werden die neuen Glocken noch dieses Jahr erklingen.

Wie sie klingen - einen Eindruck davon haben die Rodewischer am Sonntag zur Glockenweihe bekommen, wo jede der drei neuen Glocken mit einem Hammer angeschlagen wurde. Mehr als 300 Besucher verfolgten die festliche Zeremonie auf dem Postplatz. Dorthin waren die Glocken auf einem Anhänger gefahren worden, den ein Traktor zog. Per Gabelstabler wurden die Holzgestelle, an denen die Glocken hingen, auf dem Gelände unterhalb der Kirche platziert. "Was lange währt, wird gut", eröffnete Pfarrer Stefan Mestars seine Predigt zur Glockenweihe, die er mit Helmut Henke, Pfarrer im Ruhestand, leitete. Pfarrer Mestars sprach von einem "Tag großer Freude. Glocken sind ein Stück Heimat. Sie rufen zum Gebet - wochentags, sonn und feiertags."

Zur Glockenweihe wurde das neue Geläut blumengeschmückt präsentiert: Die große Glocke (Durchmesser unten 1,20 Meter, Gewicht 973 Kilogramm, Ton f' +2) trägt die Inschrift "Christus spricht: Ich lebe und ihr sollt auch leben" (Johannes 14,9). Sie wurde von Ute Lenk angeschlagen. Das Anschlagen der mittleren Glocke ( 1 Meter, 562 Kilogramm, as' +4) übernahm Karsten Dreßel vom neuen Kirchenvorstand. Diese Glocke ist mit dem Bibelvers "Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist (Psalm 34,9) verziert. Carolina Helmbold, die elf Jahre alte Tochter von Kantor Carlos Weil, durfte die dritte Glocke (82 Zentimeter, 370 Kilogramm, c` ` +2) anschlagen. Die kleine Glocke trägt die Inschrift "Lasst Euch versöhnen mit Gott" (Korinther 5,20).

Diese kleinste der drei Glocken hatte dafür gesorgt, dass sich die Fertigstellung des neuen Geläuts für St. Petri mehrfach verzögerte: Nach drei fehlgeschlagenen Gussversuchen in zwei Gießereien in der Eifel war erst der der vierte Guss in der Firma Grassmayr in Innsbruck erfolgreich gewesen. Am 18. September war der Guss erfolgt, wenig später nahm der Glockensachverständige der Landeskirche die Glocke ab. Damit war der Weg zur Glockenweihe am Sonntag und zum Einbau des neuen Geläuts frei.

Der geht am heutigen Dienstag mit dem Einhängen der Glocken in den Endspurt. Glockenstuhl und Schalllamellen im Turm waren bereits erneuert worden. Gestern bauten Zimmerleute noch eine neue Holztreppe ein, die zur Glockenstube im Kirchturm von St. Petri führt.

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