Junge Ehrenamtliche müssen mobil sein

Moritz Schubert absolviert derzeit ein Freiwilliges Ökologisches Jahr im Natur- und Umweltzentrum Vogtland. Für die zweite Stelle fehlen noch Bewerber.

Oberlauterbach.

Die Wartezeit zwischen Abitur und Studium will Moritz Schubert sinnvoll nutzen. Seit Beginn seines Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ) im Oberlauterbacher Natur- und Umweltzentrum Vogtland (NUZ) schnuppert er wochentags Praxisluft. Der Treuener steckt momentan in der Berufsorientierungsphase. Genau dafür sind die einjährigen Beschäftigungsverhältnisse gemacht.

Noch weiß Moritz Schubert nicht, welche Studienrichtung er einschlagen wird. Umwelt, Natur und Forst sind mittlerweile jedoch in die engere Wahl gekommen. "Ich finde das alles sehr interessant", sagt er. So gut wie überall kann und soll der junge Mann mit anpacken: bei der Waldarbeit, Landschaftspflege, in Werkstätten, bei Projekttagen mit Schülern und andernorts. "Zurzeit bin ich in der Kreativwerkstatt", erzählt er. Dort wird mit Kita-Gruppen und Schülern gebastelt. "Manchmal gehen wir auch raus in die Einrichtungen."


Dazugelernt hat Moritz Schubert schon in den ersten zwei Monaten eine ganze Menge. "Ich habe nicht gewusst, was man alles aus Naturmaterialien machen kann. Und aus Sachen, die sonst weggeschmissen werden", spielt er auf das hauseigene "Bündnis gegen Müll" an. Das Konzept ist darauf ausgerichtet, unter anderem Verpackungen, die ihren eigentlichen Zweck erfüllt haben, eine neue Funktion zu geben. "Vieles kann man wiederverwerten", staunt Moritz Schubert. Und noch etwas macht ihm Spaß: die praktische Arbeit. "So ein Freiwilliges Jahr ist auf jeden Fall empfehlenswert und keine verschwendete Zeit", zieht der 18-Jährige Zwischenbilanz. Die Freiwilligendienste sind Vollzeitjobs. 300 Euro erhält Moritz Schubert dafür. "Mir persönlich reicht das", sagt er. "Ich wohne noch zu Hause und der Fahrweg ist nicht so lang."

Ohne eigenes Gefährt gestaltet sich der Einsatz in Oberlauterbach schwierig. Öffentliche Verkehrsmittel fahren selten, auch nicht in jede Richtung. "Der Führerschein und ein eigenes Fahrzeug sind quasi Grundvoraussetzungen", erklärt NUZ-Leiterin Karin Hohl. Für das Umweltzentrum gestaltet es sich deshalb manchmal schwierig, FÖJ-Stellen zu besetzen. Die zweite ist derzeit noch frei.

Bewerber müssen in erster Linie mobil sein. Vorkenntnisse sind Karin Hohl zufolge nicht nötig. "Aber die Bereitschaft, sich an den verschiedensten Stellen einzubringen, neugierig zu sein auf die Natur, auf Menschen und Tiere, auf unsere Vielfalt." Die Einsatzgebiete reichen von kreativen Tätigkeiten über den Artenschutz bis zur Teichwirtschaft. "Wir haben auch eine Imkerei."

www.nuz-vogtland.de

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