Kitaöffnung ab Montag stößt auf Skepsis

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Teilweise Unverständnis an der Basis über Ankündigung aus Dresden

Auerbach/Rodewisch.

Eingeschränkter Regelbetrieb in Kitas und Grundschulen ab kommendem Montag: Diese Ankündigung der Landesregierung am Dienstag kam für Verantwortliche an der Basis überraschend. Angesichts der aktuellen Infektionslage im Vogtland mit einer Wocheninzidenz von deutlich über 100 sei dies für die Stadtverwaltung Auerbach "ohne Vorwarnung und wie aus heiterem Himmel gekommen", sagt Knut Kirsten auf Anfrage. Der zuständige Fachbereichsleiter zählt mehrere Gründe auf, warum er diese Entscheidung für falsch hält.

Von den Erfahrungen nach dem ersten Lockdown 2020 wisse er, wie aufwändig der eingeschränkte Regelbetrieb vor allem für Kitas ist. Kirsten spricht von einer "enormen Belastung" für das Personal, dass obendrein völlig ungeschützt der Infektionsgefahr ausgesetzt werde. Anders als bei Lehrern übernimmt der Freistaat für Erzieher nur einmalig einen Test. "Wir schicken die Leute ohne Helm und ohne Waffe in den Krieg", kommentiert er. Zumal es illusorisch sei, bei Dreijährigen die AHA-Regeln durchzusetzen. Kirsten hat Verständnis für Eltern, die mittlerweile am Limit seien, befürchtet aber, dass "wir in drei Wochen wieder zu machen müssen".

Auch die Leiterin der Rodewischer Kita "Bummi" weiß, wie dringend Kinder Gleichaltrige zum Spielen benötigen. Doch auch Katrin Sitte sei völlig überrascht gewesen von dem angekündigten Modus ab Montag. Sitte hatte gehofft, dass es zunächst auf eine erweiterte Notbetreuung hinausläuft. Die Kitaleiterin befürchtet nun abermals eine Überforderung ihres Personals unter den Vorgaben und wünscht sich aus Dresden klarere Ansagen. Zum Beispiel was die Öffnungszeiten betrifft: Aus ihrer Sicht ist der eingeschränkte Regelbetrieb nur mit reduzierten Öffnungszeiten derzeit umsetzbar.

Eine weitere Frage an Kultusminister Christian Piwarz (CDU): Was wird aus den Elternbeiträgen jener Kinder, die weiter zu Hause betreut würden? "Wir brauchen finanzielle Sicherheit", so die Kitaleiterin, die schon im Frühjahr 2020 ein neues Finanzierungsmodell für Kitas gefordert hatte.

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33 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 7
    1
    1295959
    12.02.2021

    Ich möchte mal das Kitakind sehen, das sich ein 9 cm langes Röhrchen in die Nase stecken lässt bzw. im Rachen einen Abstrich.
    Das geht vielleicht einmal gut, danach aber nicht mehr.
    Und die Angst vor medizinischen Eingriffen/ Untersuchungen oder Arztbesuchen ist vorprogrammiert. (Ja, auch wenn die Tests von den Betreuern durchgefüht werden würden)

  • 4
    10
    Echo1
    11.02.2021

    @Neideiteln also nach Ihren Ausführungen höre ich heraus, kein Mensch sollte dem anderen Menschen trauen. Überall lauern Gesundheitsgefahren. Jeder könnte infiziert sein. Jeder könnte jeden anstecken. Deshalb testen, testen, testen.
    Das ist total abgefahren und unwissenschaftlich.
    Jedes 3. Schulkind hat psychische Probleme, heisst es offiziell. Was soll jetzt werden, wenn gesunde Kinder getestet werden und jetzt im Erstarrtsein auf das Ergebnis warten. Das macht doch kaputt.
    Soll denn keiner mehr seinen eigenen Körper trauen, nur noch dem Test?
    Das zerstört jedes Selbstbewusstsein.

  • 12
    8
    Neideiteln
    11.02.2021

    Wann kommt endlich eine Teststrategie für Kitas und Schulen?
    Nicht nur für Lehrer und Erzieher, sondern auch für Schüler und Kitakinder.

    Wann endlich kommt Arbeitsschutz vor allem für die Erzieher? Aber auch für Lehrer?

    Bitte weiter über die Gewerkschaften stark machen!

    @Erzieher, Kitaleiter und Grundschulpersonal: Ich kann Sie so gut verstehen.