Krebsvorsorge wieder möglich

Die prekäre Lage bei ambulanten Mammografien im Vogtland entspannt sich. Das Brustzentrum Obergöltzsch konzentriert sich auf Klinik-Aufgaben.

Plauen/Rodewisch.

Nachdem es zuletzt Engpässe bei der Brustkrebsvorsorge in Plauen und dem Umkreis gegeben hatte, hat sich die Situation inzwischen verbessert: Frauen können sich wieder ambulant zur Mammografie in der radiologischen Praxis an der Plauener Herrenstraße anmelden.

Diese gehört als Medizinisches Versorgungszentrum zum Helios Vogtland-Klinikum. Es sei gelungen, nach dem Ruhestand eines Kollegen einen neuen Arzt zu finden, der von der Kassenärztlichen Vereinigung zur Mammografie ermächtigt wurde, so Helios-Sprecherin Dorit Wehmeyer. Es ist derzeit die einzige Möglichkeit für ambulante Patienten im Vogtlandkreis, obwohl es noch vor wenigen Jahren deutlich mehr gab. In der Region bedeutet Krebs-Früherkennung vor allem das bei 50- bis 69-Jährigen regelmäßig durchgeführte ambulante Screening. Es ist auch im sogenannten Mammobil möglich, einer fahrbaren Röntgeneinheit, die regelmäßig ins Vogtland kommt.

Im Klinikum Obergöltzsch in Rodewisch existiert ein zertifiziertes Brustzentrum. Doch in dem Krankenhaus dürfen Ärzte keine ambulanten Mammografien durchführen. Darauf macht Diplom-Medizinerin Petra Möckel, die Chefärztin des Radiologischen Instituts, aufmerksam. "Das ist auch nicht unsere Aufgabe", sagt sie.

Im Brustzentrum sei rundum viel zu tun. "Pro Jahr werden bei uns etwa 400 Operationen von neu entdecktem Brustkrebs durchgeführt. Wir sind eines der größten Zentren in Deutschland, kümmern uns auch um Nachsorge und Bestrahlung", sagt Möckel. Sie habe Verständnis für besorgte Patientinnen, aber Schmerzen per se seien kein Problem- oder Härtefall. "Leider beginnt nur in seltenen Fällen eine Brustkrebserkrankung mit körperlichen Beschwerden." Möckel arbeitet seit über 25 Jahren in ihrem Beruf und sagt, sie wäre froh über ein "Frühwarnsystem" des Körpers.

Ein Allheilmittel sei eine Mammografie nicht. So berichtet die Expertin zum Beispiel von zehn Millimeter großen Tumoren, die auf einem Röntgenbild nicht zu erkennen gewesen seien. Erst durch eine histologische Untersuchung könne man Gewissheit erlangen, so Möckel. Sie präzisiert: "Die Genauigkeit der Mammografie liegt, in Abhängigkeit der Dichte des Brustdrüsengewebes, bei etwa 80 Prozent." Der Rest bösartiger Tumore könne nicht gesehen werden. Alle zwei Jahre muss Möckel die sogenannte Ermächtigung neu beantragen, dafür Prüfungen ablegen und Sachkundekontrollen. "Das ist Qualitätssicherung."

Einem aktuellen Report der Barmer-Krankenkasse zufolge seien die Sachsen Spitze bei der Teilnahme an der Krebsfrüherkennung. 45 Prozent würden das Angebot nutzen. Radiologin Möckel findet das prima. Sie schwört auf die deutsche Krankenversorgung. "Weltweit stehen wir sehr gut da."

Bewertung des Artikels: Ø 4.5 Sterne bei 2 Bewertungen
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...