Lencken-Teich erholt sich von jüngstem Eingriff

Die Pflanzen sind zurück am Ufer, im Wasser tummeln sich Karpfen. Beim Hochwasser 2013 hatte der benachbarte Plohnbach radioaktiven Abraum in den Teich gespült - und demonstriert, wie mächtig die Natur sein kann.

Lengenfeld.

Ein reichliches halbes Jahr nach Abschluss der Sanierungsarbeiten am Lencken-Teich kehrt allmählich wieder Leben zurück in und ans Gewässer. Karpfen und andere Fische tummeln sich darin, wasserliebende Pflanzen besiedeln den Uferbereich.

Für den Lencken-Teich war es die zweite Sanierung seit seiner kompletten Zerstörung durch Hochwasser in den 1950er-Jahren. Auch die jüngste Sanierung hatte als Ursache Hochwasser. 2013 zerstörten Wassermassen des Plohnbachs das im Jahr zuvor fertiggestellte neue Bachbett und schwemmten radioaktiv belasteten Abraum in den Teich. "Der Bach ist bei den starken Niederschlägen wieder in sein altes Bett zurückgekehrt", war Bürgermeister Volker Bachmann (Pro Lengenfeld) beeindruckt von der Macht der Naturgewalten. Nicht nur das neu angelegte Bachbett rissen die Fluten mit sich, sondern auch Teile der Südhalde, in der radioaktiv belasteter Abraum eingebaut war.

Bei der Sanierung war deshalb schnell klar, dass es wenig Sinn macht, den Bach wieder in ein anderes Bett zu zwingen. "Wir haben dieses Mal so saniert, dass der alte Bachlauf neu entstand. Das Ufer ist mit großen Steinen befestigt", so Volker Bachmann. Bei der jüngsten Wiederherstellung kamen gleich Weidensetzlinge in die Uferböschung, die durch ihre Wurzeln dem Boden zusätzlichen Halt geben sollen.

Eine halbe Million Euro war für diese fast vier Monate dauernden Arbeiten notwendig. Da es sich um eine Maßnahme zur Beseitigung von Hochwasserschäden handelte, erhielt die Stadt eine hundertprozentige Förderung. "Das war unsere letzte noch verbliebene Hochwassermaßnahme, die wir 2014 angemeldet hatten", so der Stadtchef.

Schwierig gestaltet sich vor allem der Abtransport der etwa 2500 Kubikmeter Abraum. "Den größten Teil des Abraums mussten wir zur Wismut-Halde nach Bad Schlema bringen lassen, weil er radioaktiv kontaminiert war", erklärt Dennis Arnold vom städtischen Bauamt, der den Bauablauf betreute. Der ursprüngliche Plan, den Abtransport über den Teichdamm zu organisieren, scheiterte am aufgeweichten Boden. "Also blieb uns nichts anderes übrig, als den Abraum durch den Teich zu fahren", so Arnold. Der Teich wurde abgelassen, die Fische geborgen. "Schuppenkarpfen, Spiegelkarpfen und Barsche fanden sich im Teich", so Bachmann.

Ende Dezember rückten die Bagger dann ab. "Von dieser Maßnahme musste sich das Areal erst einmal wieder erholen", sagt der Bürgermeister. Er beobachtet mit Wohlgefallen, wie sich die Natur das Gebiet Stück für Stück zurück erobert. Gleich hinter dem Plohnbach auf einem Hang blühten in diesem Jahr unzählige Wildblumen mit ebenso vielen Schmetterlingen und anderen Insekten darauf. Auch die zwei Nilgänse, die sich den Teich scheinbar als neues Brutrevier angeeignet haben, sind ihm nicht entgangen. Die Karpfen lassen sich vom Ufer aus beobachten, und auch Schilf und andere Wasserpflanzen bilden neue Lebensräume am Uferbereich. "Hauptziel dieser Sanierung ist die Renaturierung", stellt der Stadtchef klar. Das schließe aber eine touristische oder eine Nutzung als Naherholungsgebiet nicht aus.

Ungünstig sei immer noch der Zugang zum Gelände. Ein kleiner Steg über den Plohnbach könnte Abhilfe schaffen, und auch strengere und regelmäßigere Kontrollen durch den Bauhof seien bei einer stärkeren Frequentierung notwendig. Müll wegräumen gehöre zu den regelmäßig wiederkehrenden Aufgaben, und auch die Pflege des Bewuchses müsse nun, nach sechs Jahren, begonnen werden. "Die Teufelskanzel sieht man vom Weg aus nicht mehr. Alles ist zugewachsen", so Bachmann.

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