Liedpostkarte hat ersten Auftritt

Die Naturbühnen in Beerheide und Grünbach sind am Wochenende Schauplätze traditionsreicher Pfingstkonzerte gewesen. Beerheide schrieb dabei eine neue Tradition fort.

Beerheide/Grünbach.

Sie sind handlich, von historischer Bedeutung und vielleicht schon Sammlerstücke: Zum vierten Mal in der Geschichte des Pfingstsingens am Röthelstein in Beerheide konnten Gäste am Sonntag Liedpostkarten entgegennehmen. Das aktuelle Modell trägt den Titel "Erinnerungen an Beerheide" und stammt aus der Feder von Erich Scharfe. Die Schau konnte es den vom örtlichen Männerchor engagierten Musikern dennoch nicht stehlen. Neben den Gastgebern standen die Klingenthaler Jagdhornbläser und der Rodewischer Frauenchor auf der Naturbühne, außerdem die Männerchöre Hinterhain und Arion Saupersdorf, Auerbachs Jugendblasorchester und die House Band mit Selina Tulasoglu aus Reichenbach. Den Dirigentenstab schwang Andreas Schmidt.

Dreieinhalb Stunden spielte am Röthelstein zum 67. Mal die Musik. Eingefunden hatten sich weit mehr Gäste als platziert werden konnten. Knapp 500 Sitze sind vorhanden. Der Gesangverein geht davon aus, dass die breite Aufstellung mit Rock, Volkstümlichem und Volksmusik zu der ausgesprochen guten Resonanz führte. Auch die Postkarte leistete ihren Beitrag. Jene Zugaben zur Eintrittskarte werden jedes Jahr von der Arbeitsgemeinschaft (AG) Ortschronik in Kooperation mit der Gemeinde herausgegeben. 2019 fiel die Wahl auf den gleichen Titelverfasser wie zur Premiere 2016. Schließlich widmete Erich Scharfe dem Ort in den 1930er Jahren zwei Lieder. Das erste heißt "Höhenluftkurort". Dabei wohnte Scharfe gar nicht in Beerheide, sondern in der Dresdener Gegend. "Er war als sogenannter Sommerfrischler oft mit seiner Familie hier", weiß Bettina Groth. Die Ortsvorsteherin, AG-Leiterin, Freizeit-Sängerin und Pfingstsingen-Moderatorin leitet die Arbeitsgemeinschaft.


Für Postkarte Nummer zwei und drei lieferte der 2018 verstorbene Beerheider Profi-Musiker Günter Fischer Lieder. Verkauft werden die Souvenirs nicht. Bettina Groth zufolge gingen von der aktuellen Ausgabe 2500 Stück in den Druck. Was übrig ist, wird an Seniorengeburtstagen oder bei Jubiläen verschenkt. Sie ist überzeugt, für 2020 wieder ein passendes Lied und Bildmotiv zu finden: "Im Fundus haben wir genug."

Das zweite Pfingstsingen in der Region mit eindrucksvoller Natur als Kulisse ging am Samstag vor dem Grünbacher Wendelstein über die Bühne. Dort gibt es seit über 40 Jahren solche Veranstaltungen. Am stattlichen Stein wären diesmal weit mehr Besucher untergekommen. Ungefähr 150 zählte der ausrichtende Kultur- und Heimatverein. "Wir hätten aber noch mal gut 100 Mann vertragen können", sagte Oberhaupt Thomas Rosenbaum. Dabei scheuten die Veranstalter keine Mühen. Auf der Naturbühne standen nacheinander die Klingenthaler Blasmusikanten, Jana Sammer und Brezel Brass. Somit reichte die Bandbreite von zünftigen Instrumentalklängen über Schlager bis zum böhmischen Boogie. Als I-Tüpfelchen moderierten die Grünbacher Sängerin Jana Sammer und Sebastian Wildgrube von der etwas anderen obervogtländischen Volksmusik-Band gemeinsam.

Auf normalerweise verpflichtete ortsansässige Formationen mussten die Organisationen verzichten. Krankheit und Urlaub machten einen Strich durch ihre Rechnung. "Deshalb haben wir das mal total umgestaltet", erzählte Thomas Rosenbaum. "Ich denke, es ist aber auch so angekommen."

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...